26.10.2020  –  Märkische Allgemeine Zeitung

Steinernes Kreuz am Buckauer Kirchturm ist wieder komplett

Schon lange klaffte dort eine Lücke. Dem eingemauerten Kreuz am Buckauer Kirchturm war ein Stein herausgefallen. Jetzt wurde die freie Stelle wieder geschlossen. Mit einer Spezialanfertigung. 

Wieder ist durch die Initiative des Dorfkirchenvereins in Buckau ein Stück des Gotteshauses vervollständigt worden. Am Sonntagnachmittag wurde ein neuer Formstein im Kirchturmeingesetzt und enthüllt. Vereinssprecher Thomas Gandow dankte allen, die sich an der Neubeschaffung dieses besonderen Steins beteiligt haben. Es wurden Spendengelder in Höhe von 700 Euro durch den Verein aufgebracht. 900 Euro gab die Stiftung Denkmalschutz dazu. Die Maurerfirma Detlef Lenz aus Buckausetzte den fehlenden Formstein ein.

Lange haben die Buckauer und ihre Gäste auf einen fehlenden Formstein im Kirchturm schauen müssen. Er ist einer von vier Steinen, die ein Kreuz am Turm bilden. Wann dieser herausgefallen war, konnte keiner der Anwesenden mehr sagen. „Die Lücke im Bauwerk war uns schon lange ein Dorn im Auge“, erinnerte sich Gandow. 1865 wurde der Kirchturm erneuert und dabei ein backsteinernes Kreuz eingebaut. Durch Witterungseinflüsse wurde das Material jedoch marode und der Stein fiel irgendwann heraus. 

Steht für die Dreieinigkeit

Dargestellt ist ein steinernes Kreuz als dreiblättriges Kleeblatt. Es steht für die Dreieinigkeit in der christlichen Kirche: Vater, Sohn, Heiliger Geist. Die Form ist in der ganzen Kirche als kleinere und größere Ornamente wiederzufinden. Gebrannt wurde der 30 mal 40 Zentimeter große Ziegelstein in roter Farbe in einer Firma in Frankfurt/Oder. Es wurde eigens eine Form angefertigt. Weil der erste Stein einen Riss aufwies, musste ein zweites Exemplar hergestellt werden. Er hebt sich deutlich vom Originalzustand der anderen Steine ab, die Wind und Wetter ausgesetzt waren. 

Der letzte Formstein am Buckauer Kirchturm sitzt.

Der letzte Formstein am Buckauer Kirchturm sitzt. Quelle: Silvia Zimmermann

„Es wäre wohl besser gewesen, man hätte die drei anderen Steine gleich mit erneuert. Doch wenigstens ist der Anfang gemacht“, befand Buckaus Altbürgermeister Christian Krieger. Deshalb will der Verein mit einer weiteren Spendenaktion Geld für einen Ersatz der anderen Steine sammeln.. „Es war gar nicht so leicht, den neuen Stein einzusetzen. Mir ist bei der Maurerarbeit aufgefallen, dass die Aufkantung über dem Kreuz auch restaurierungsbedürftig ist. Das Mauerwerk ist durch Wind und Regen ausgewaschen“, sagte Maurermeister Detlef Lenz. Er stellte das Gerüst und seine Arbeit kostenlos zur Verfügung.

Zur Feier des Tages spielte ein Posaunenchor.

Zur Feier des Tages spielte ein Posaunenchor. Quelle: Silvia Zimmermann

Gandow lud die Gäste zur Feier des Tages zu einer Flasche Bier ein. Das Posaunentrio vom Anhaltinischen Orchester Dessau spielte Begleitmusik von Johann Sebastian Bach bis zu den Beatles. „Im nächsten Jahr kann Buckau auf 1075 Jahre zurückblicken. Das Jubiläum wird das ganze Jahr über gestaltet und am Tag des offenen Denkmalsim September sein Ende finden“, kündigte Vereinssprecher Gandow an. Vielleicht schafft es der Dorfkirchenverein bis dahin, das Ziffernblatt der Kirchturmuhr zu restaurieren. 

Von Silvia Zimmermann

Märkische Allgemeine Zeitung, 26.10.2020
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