03.11.2019  –  Märkische Allgemeine Zeitung

Stimmungsvolle Hubertusmesse in Butzow mit Jagdhornbläsern

Die Hubertusmesse hat am Sonntag viele Besucher in die Butzower Dorfkirche gelockt. Pfarrer Stefan Hartmann würdigte die Hegeleistung der Jäger. Zugleich ruft er auf zur Bewahrung der Natur.

Die Jagdhornbläsergruppe Brandenburg an der Havel in der Butzower Kirche. Quelle: Petra Müller

Kurz bevor am Sonntagvormittag die diesjährige Hubertusmesse mit der Jagdhornbläsergruppe Brandenburg an der Havel in der jagdlich geschmückten Butzower Kirche begann, mussten noch einige Stühle hereingetragen werden. So groß war die Zahl der Gläubigen, Gäste, Jäger und Neugierigen, die an diesem Sonntag gemeinsam mit der Evangelischen Kirchengemeinde und dem Förderverein „Butzower Dorfkern“ die traditionelle Herbstmesse feiern wollten. In diesem Jahr fand das herbstliche Ereignis bereits zum achten Mal in Butzow statt.

Ein stimmungsvoller Höhepunkt in der Herbstzeit im kirchlichen Leben der Beetzsee-Dörfer ist die traditionelle Hubertusmesse. In die Butzower Dorfkirche strömten am Sonntag viele Besucher.

Obwohl der Heilige Hubertus eigentlich ein Schutzheiliger der Katholischen Kirche ist, wird auch im eher evangelisch geprägten Brandenburg seit vielen Jahren ihm zu Ehren ein Gottesdienst gefeiert.

Pfarrer Stefan Hartmann bei der Predigt in der Butzower Kirche. Quelle: Petra Müller

Für Pfarrer Stefan Hartmann war der Gottesdienst, der den Schutzpatron der Jagd und das Jagdwesen zum Inhalt hatte, ein neues Format. Er erzählte zu Beginn die Überlieferung der Geschichte des einst zügellosen Jägers, der im 10. Jahrhundert zum Schutzpatron der Jagd wurde.

Verantwortung der Jäger

„Der Hubertustag bietet den Menschen die Chance, innezuhalten und sich die Verantwortung für Umwelt und Natur bewusst zu machen“, so der Pfarrer. „Jäger zu sein bedeutet, einen hohen ethischen Anspruch zu erfüllen. Das ist den Jägern bewusst, die sich trotzdem häufig Anfeindungen ausgesetzt sehen.“

Die voll besetzte Kirche in Butzow während des Gottesdienstes. Quelle: Petra Müller

So stellte Stefan Hartmann seiner Predigt dann auch den Bericht eines Jägers vom frühmorgendlichen Ansitz im erwachenden Wald voran. Dieses besondere Naturschauspiel von Licht, Bäumen, Wolken, Tau, Nebel und –wenn man Glück hat – einem stattlichen Hirsch gelte es, zu bewahren.

Stefan Hartmann, der erst seit Januar 2019 in den Beetzseedörfern als Pfarrer tätig ist, hat seine Zuhörer begeistert. Das Butzower Ehepaar Falkenberg, das eigentlich wegen der Jagdhornbläser in die Kirche gekommen war, zeigte sich sehr beeindruckt von seinen Worten. Auch sie betonten die Bedeutung der Hegeleistung der heimischen Jäger für die Region.

Tradition der Jagdhornbläser

Die Messe wurde von der Jagdhornbläsergruppe Brandenburg an der Havel musikalisch begleitet. Auch das ist jahrelange Tradition. Im Anschluss gab es noch einen kleinen Zusatzteil, den Marion Taubertvon den Jagdhornbläsern mit einem zünftigen „Horrido und Weidmannsheil“ einleitete. Gekonnt führte Marion Taubert, die selbst Jägerin, Hundeführerin und Vorstandsmitglied im Landesjagdverband ist, durch das kleine Programm, dass aus Jagdsignalen, Jagdliedern und dem „Jägerchor“ aus der Weber-Oper „Der Freischütz“ bestand und mit passenden Zitaten von Eigen Wyler und Albert Einstein gespickt war.

„Der Förderverein „Butzower Dorfkern“ besteht seit 2005 und hat sich die bauliche Rettung des alten Dorfkerns mit Kirche, Alter Schule und Nebengebäuden, sowie die Gestaltung eines attraktiven dörflichen Lebens zur Aufgabe gemacht“, erzählt Vereinsvorsitzender Bernhard Weise. Als Nächstes steht die Sanierung des Alten Schule auf dem Plan. Ortsvorsteher Dirk Lange freut sich, dass die Fördermittel dafür bewilligt sind und das Fest nach der Messe im nächsten Jahr im Dorfgemeinschaftshaus stattfinden kann.

Martinsfest und Weihnachtsmarkt

Auch in diesem Jahr erwarten die Butzower und ihre Gäste noch einige Höhepunkte. So wird es schon am 11. November das Martinsfest und im Dezember einen Weihnachtsmarkt im Dorfkern geben. Das Martinsfest beginnt um 16.30 Uhr mit einem Umzug, den Laura Getzkow vom Reitverein Buckau auf dem Pferd als „Heiliger Martin“ anführen wird. Im weiteren Verlauf wird die Martinsgeschichte vorgelesen. Außerdem werden die Frauen des Vereins in der Kirche Päckchen für die Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ packen.

Von Petra Müller

Märkische Allgemeine Zeitung, 03.11.2019
Zur Kirche
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