03.09.2019  –  Märkische Allgemeine Zeitung

Tag des offenen Denkmals in Dahmeland-Fläming

Am Sonntag, dem 8. September, öffnen an gut 40 Orten in der Region Dahmeland-Fläming Denkmale ihre Türen und Tore. So kann man ganz besondere Einblicke in sonst oftmals verschlossene Kleinode bekommen. Ein Überblick über das Programm am Tag des offenen Denkmals:

Heidi Burmeister öffnet die Türen der Patronatskirche Schulzendorf. Dort gibt es zum Tag des offenen Denkmals eine neue Ausstellung zu sehen. Quelle: Nadine Pensold

Wer nach Kloster Zinna fährt, der kann dieses Bauwerk kaum übersehen: In der Kaltenhausener Straße steht das Anfang des 20. Jahrhunderts erbaute neubarocke Gutshaus. Die Geschichte dieses Areals ist aber weit älter – 1480 wurde es erstmals erwähnt. Dort befand sich ein Gutshof, der vom Zisterzienserkloster als Wirtschaftshof genutzt wurde.

Derzeit wird das nach 1945 als Schulbau genutzte Anwesen aufwendig restauriert. Neugierige haben aber kaum eine Chance zu sehen, wie das Gebäude im Moment von innen aussieht. Anders ist das an diesem Sonntag. Am Tag des offenen Denkmals gibt es bundesweit Gelegenheit, besondere Bauwerke, historische Häuser und Denkmale zu besuchen, die von Privatleuten, Vereinen, Stiftungen und Kommunen aufwendig und oft auch mit viel Herz erhalten werden.

Rund 40 Veranstalter in Dahmeland-Fläming

In diesem Jahr steht der Aktionstag unter dem Motto „Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur“. Viele teilnehmende Veranstalter versuchen dieses in ihren Angeboten und Programmen am 8. September mit umzusetzen. Allein in der Region Dahmeland-Flämingbeteiligen sich mehrere Dutzend Veranstalter, knapp 40 Adressen kann man am Sonntag bei Besuch erkunden.

Einige sind – ebenso wie das Gutshaus Kaltenhausen – nicht immer für Gäste zugänglich. Auch der 1724 erbaute Kornspeicher in der Dahmer Altstadt, die Gutsanlage in Markendorf, das Burggewölbe in Trebbinoder die historische Brennerei auf dem Gutshof in Genshagen zählen beispielsweise mit dazu. Kirchen, Schlösser, Amtsgebäude und Museen, aber auch eine Bockwindmühle, sanierte Wohnhäuser und Höfe findet man beim Blättern durch das vielfältige Programm. Der Tag des offenen Denkmals eignet sich übrigens auch, um besondere Aussichtspunkte in der Region zu besuchen – zum Beispiel kann man den Marktturm in Luckenwalde und den Gedenkturm in Großbeeren erklimmen.

Öffnungszeiten und Aktionen am Denkmaltag

Baruth: Horstmühle, 14-17 Uhr; Stadtpfarrkirche St. Sebastian geöffnet 11.30-16 Uhr.

Blankenfelde-Mahlow: Alte Dorfschmiede mit Vorführung 11-18 Uhr. Dorfkirche, 12-17 Uhr; Dorfkirche Jühnsdorf, 12-18 Uhr.

Blankensee: Guts-Schmiede mit Schauschmiede, 11-17 Uhr; Bauernmuseum, Führungen, 12-18 Uhr; Dorfkirche Blankensee: Lesung um 16 Uhr, geöffnet 10.30-17.30 Uhr; Schlossführungen um 13 und 14 Uhr.

Dahme: St.-Marien-Kirche, Ausstellung „Am Horizont angekommen“14-17 Uhr; Kornspeicher, Führung um 11 und 14 Uhr, Trödel, Ausstellung, Lesung, 9-18 Uhr.

Dahmetal:Pfarrhaus, Ausstellung, Frühschoppen und Musik von 10-20 Uhr.

Genshagen: Alte Brennerei im Gutshof 11 bis 17 Uhr; Schloss Genshagen mit Vorträgen, Aufführungen und Führungen, 11-16 Uhr.

Gölsdorf:Bockwindmühle, 11-17 Uhr.

Großbeeren:Gedenkturm, Ausstellung, 14-18 Uhr.

Groß Köris: Germanische Siedlung, 10-16.30 Uhr.

Großziehten: Kunsthof Mattiesson, Vernissage und Ausstellung von 15-20 Uhr.

Jänickendorf:Bahnhof der ehemaligen preußisch-königlichen Militäreisenbahn, 11-18 Uhr.

Jüterbog: Gutsanlage Markendorf, Führungen, 10-17 Uhr; Klosterkirche St. Marien, Führungen um 12 und 15 Uhr, geöffnet 11-18 Uhr.

Klasdorf: Bahnhof, 14- 18  Uhr.

Kloster Zinna: Gutshof Kaltenhausen, halbstündliche Touren, 13.30-18.30 Uhr.

Lichterfelde: Dorfkirche, 14 Uhr Konzert, 11-17 Uhr.

Luckenwalde:Amtsgericht Führung um 11, 12.30 und 14 Uhr, geöffnet 10.30-15 Uhr; Marktturm 14-16 Uhr; Jakobikirche, Führungen, Turmbesteigungen, Orgel-Besichtigung 11-18 Uhr.

Märkisch Buchholz:Führung zu historischen Bauwerken in der Gerichtsstraße um 14 Uhr ab Feuerwehr.

Mittenwalde: Fachwerkhaus am Salzmarkt 5, Puppenstubenausstellung, Schmiedefeuer und Weinkeller, 11-17 Uhr; Stadtführung auf den Spuren von Theodor Fontane um 14 Uhr (Treffpunkt am Museum).

Nonnendorf: Backhaus, 13-17 Uhr; Dorfkirche, 13-17 Uhr.

Rangsdorf: Ehemaliges Bücker-Flugzeugwerk, Führungen in der Zeit von 11-15 Uhr.

Schulzendorf:Patronatskirche, Ausstellung 10-18 Uhr.

Trebbin: Burggelände rund um Trebbin, vierstündige Führung, Beginn um 10 Uhr.

Zossen:Ehemalige Infanterieschießschule Wünsdorf, Führung um 11 Uhr, Kinderprogramm, Dokumentarfilmpremiere, 10-18 Uhr; Historisches Fachwerk-Wohnhaus am Kirchplatz 7, 14-16.30 Uhr; Kalkschachtöfen, Führung 10 und 11 Uhr.

Hier gibt es detaillierte Informationen zum Denkmaltag.

„Traditionell werden Schlösser immer sehr gut besucht, wie zum Beispiel Blankensee und im Vorjahr Genshagen. Die Kalkschachtöfen in Zossen und die Infanterieschießschule in Wünsdorf sind aktuelle Projekte, an denen die Bevölkerung auch immer sehr lebhaft interessiert ist“, berichtet Rita Mohr de Pérez, Sachgebietsleiterin der Unteren Denkmalschutzbehörde im Landkreis Teltow-Fläming. „Die Erfahrung zeigt, dass es den zahlreichen Besuchern auch immer wieder Spaß macht, hinter die Fassaden zu schauen.“

Führungen, Vorträge und Konzerte

Die meisten Veranstalter bieten Führungen an und informieren dabei nicht nur über die historischen Details der Denkmale, sondern oft auch über deren oftmals aufwendige Restaurierung und Instandsetzung. Doch es lohnt auf jeden Fall auch, sich im Vorfeld das Programm zum Tag des offenen Denkmals im Internet genauer anzuschauen.

Dann entdeckt man, dass etwa im historischen Fachwerkhaus am Salzmarkt in Mittenwalde ein Schmiedefeuer entfacht, der Weinkeller geöffnet und eine Puppenstubenausstellung gezeigt werden. In der Dorfkirche Blankensee wiederum darf man sich auf eine Lesung aus dem letzten Roman von Hermann Sudermann in der Feldsteinkirche freuen. Auch andernorts warten am Sonntag beispielsweise Konzerte, Trödelmärkte oder Ausstellungen auf die Besucher. 

nach dem Sturm in Luckenwalde Quelle: Hartmut F. Reck

Letzteres bereiten schon seit Wochen die Mitglieder des Vereins zur zu Wiederherstellung der Patronatskirche und des Dorfangers in Schulzendorf vor. Heidi Burmeister hat eine dicke Mappe unter dem Arm, als sie die Patronatskirche betritt. Darin befinden sich knapp 30 Plakate, die in Text und Bild zeigen, wie in den vergangenen 20 Jahren zum Beispiel den Apsisfenstern, dem Taufengel und Kronleuchter zu neuem Glanz verholfen wurde, wer sie restauriert hat und woher die Spenden dazu kamen. „Wir wollen damit auch Rechenschaft ablegen über das, was wir bisher gemacht haben“, sagt die Vorstandsfrau. Die Ausstellung wird auch in den darauf folgenden Wochen zu sehen sein. Extra zum Tag des offenen Denkmals zeigen die Vereinsmitglieder noch einmal eine Dokumentation der Restaurierung der Wappentafeln in der Kirche.

Seit vielen Jahren beteiligt sich der Verein an dem Aktionstag, stets mit neuen Ausstellungen. „Wir freuen uns, wenn neue Leute zu uns kommen“, sagt Heidi Burmeister. Diese Vorbereitungen beflügeln aber auch die Arbeit vor Ort, wie sie erklärt. „Jede Ausstellung hat mit der Geschichte der Kirche zu tun. Das heißt, dass wir uns jedes Mal ein Stück weiter in die Geschichte der Kirche vorarbeiten und diese auch präsentieren können“

Von Nadine Pensold

Märkische Allgemeine Zeitung, 03.09.2019
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