25.03.2020  –  Märkische Allgemeine Zeitung

Teetzer Altar wartet auf die Rückkehr

Der Förderverein Dorfkirche Teetz hat einen neuen Vorstand gewählt und verfolgt weitere Bauvorhaben. Inzwischen ist die Restaurierung des mittelalterlichen Altars abgeschlossen, der vorerst in Heiligengrabe zu sehen sein wird.

Der Förderverein Dorfkirche Teetz hat einen neuen Vorstand. Vorsitzender des achtköpfigen Gremiums ist nun der Maler Johannes Heisig (66), der seit 2015 in dem Kyritzer Ortsteil lebt und arbeitet. Er folgt auf Dieter Kliche, der das Amt seit 1999 innehatte. Zu Heisigs Stellvertreter wurde Michael Tettenborn gewählt. Darüber informieren jetzt Claudia und Markus Geiler im Auftrag der Vereins.

Der heute 50 Mitglieder umfassende Förderverein wurde demnach vor gut 20 Jahren gegründet, um den Verfall der damals 140 Jahre alten imposanten Backsteinkirche zu stoppen. Der 1860 eingeweihte Sakralbau geht auf Entwürfe des Kyritzer Kreisbaumeisters J. C. Wedekeund des königlichen Baumeisters und Hofarchitekten Friedrich August Stüler (1800 bis 1865) zurück.

Kirche Teetz vorm endgültigen Verfall bewahrt

Gemeinsam mit der evangelischen Kirchengemeinde gelang es dem Verein in den vergangenen zwei Jahrzehnten das bereits baupolizeilich gesperrte Bauwerk mit Hilfe von Spenden und Fördermitteln zu retten. Heute finden in der Kirche wieder regelmäßig Gottesdienste, Konzerte und andere Veranstaltungen statt.

Seit 1999 widmet sich der Förderverein Dorfkirche Teetz der Rettung des Bauwerks aus dem 19. Jahrhundert.Quelle: Förderverein Dorfkirche Teetz

In diesem Jahr solle die Kirche in einem vorerst letzten Bauabschnitt unter anderem neue Fenster bekommen, kündigen Claudia und Markus Geiler an. Zudem sollen die Apsis und der Altarraum saniert und Ausmalungen restauriert werden.

„2020 markiert einen Neubeginn für die Kirche in Teetz“, sagt der Fördervereinsvorsitzende Johannes Heisig. Zwar verblieben noch einige Arbeiten zur Bewahrung der Bausubstanz, doch der kostbare mittelalterlicher Schnitzaltar konnte bereits hergerichtet werden. Die Arbeiten übernahm die Berliner Restauratorin Daniela Baumberg. Ermöglicht wurde die Restaurierung des Flügelaltars vor allem durch Joachim Kays, der mit einer Spende den Hauptteil der Kosten übernahm. 

Altar wird in Heiligengrabe zu sehen sein

„Der Altar wird ab 2021 wieder an seinem angestammten Platz zu sehen sein. Bis dahin wird das Kloster Stift zum Heiligengrabe ihm in dankenswerter Weise ein Gastrecht gewähren“, sagt Heisig. 

Abhängig von den weiteren Entwicklungen in der Corona-Krise kann der Altar dort voraussichtlich von April an besichtigt werden, Teilt der Förderverein mit. Für den 24. Mai sei zudem bislang geplant, gemeinsam mit der Kirchengemeinde Teetz eine Pilgerwanderung zu „ihrem Altar“ nach Heiligengrabe anzutreten und ihn nach jahrzehntelanger Abwesenheit wieder offiziell in Besitz zu nehmen.

Auch Lütkemüller-Orgel zählt zum wertvollen Inventar

Das spätgotischeKunstwerk war bereits vor Jahrzehnten aus der Teetzer Kirche ausgelagert worden. Er stand zunächst viele Jahre in der Kirche von Königsberg und später in der Kapelle des Teetzer Nachbarortes Ganz, wo ihm schlechte klimatische Bedingungen und Feuchtigkeit zusetzten. Der Altar und die 2010 wieder aus der Berliner Nikolaikirche zurückgekehrte Orgel des Orgelbaumeisters Friedrich Hermann Lütkemüller (1815 bis 1897) gelten als die wertvollsten Ausstattungsstücke der Teetzer Kirche.

Von MAZ-online

Märkische Allgemeine Zeitung, 25.03.2020
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Teetzer Altar wartet auf die Rückkehr 25.03.2020 · Märkische Allgemeine Zeitung