19.05.2020  –  Märkische Allgemeine Zeitung

Tornow: Dacharbeiten gehen weiter

Die dringend notwendigen Reparaturarbeiten am Dach der Tornower Dorfkirche können doch weiter gehen. Das ergab ein Vor-Ort-Termin am Dienstag. Die Denkmalbehörden reagierten damit auf einen Bericht der MAZ.

Die Arbeiten am Dach der kleinen Kirche im Wusterhausener Ortsteil Tornow werden in der kommenden Woche fortgesetzt. Das ist das Ergebnis eines Vor-Ort-Termins, der am Dienstag Verantwortliche der Unteren und Oberen Denkmalschutzbehörden, der Kirchengemeinde, aus dem Wusterhausener Rathaus und vom Gut Tornow zusammenführte.

Letzteres nutzt das Gotteshaus für kirchliche Trauungen. Die dringend erforderliche Instandsetzung war von den Denkmalschützern im Landkreis gestoppt worden. Der Grund: Die erteilte Genehmigung hätte nur für die Dachhaut aus Biberschwanzziegeln gegolten, nicht aber für das tragende Holzgerüst darunter.

Den Eingangsbereich zierte bis 1965 ein Glockenturm, der dann abstürzte. Quelle: Wolfgang Hörmann

Die ausführende Dachdeckerfirma von Andreas Kolterjahn hatte aber Balken, Pfette und Latten in einem solch schlechten Zustand vorgefunden, dass nur ein Austausch infrage kam. Darüber habe nun Einvernehmen hergestellt werden können, sagt Gerhard Ganswindt. Der Ingenieur engagiert sich ehrenamtlich als Baubetreuer.

„Was gelattet ist, darf nun eingedeckt werden. Parallel dazu überprüft ein Statiker den Zustand der wenigen noch verbliebenen alten Sparren. Es wird wohl darauf hinauslaufen, dass wir für die Holzarbeiten einen ergänzenden Antrag an die Denkmalschutzbehörde stellen müssen“, so Ganswindt.

Die Kirche wird von einem Notdach geschützt Quelle: Wolfgang Hörmann

„Wichtig ist aber, dass es weitergeht.“ Vom Tisch ist allerdings nur ein Problem. Ein anderes hatte der Baubetreuer und CDU-Gemeindevertreter jüngst der Wusterhausener Volksvertretung offenbart.

Das Geld reicht nicht. Die unvermeidlichen Mehrausgaben haben ein Loch von 16 000 Euro gerissen. Die müssen schnell beschafft werden, soll der Fertigbau nicht in Gefahr geraten. Nur ein Notdach schützt die Backsteinkirche von 1828 derzeit vor schlimmen Wettern.

Von Wolfgang Hörmann

Märkische Allgemeine Zeitung, 19.05.2020