27.09.2019  –  Märkische Allgemeine Zeitung

Überraschungen unter dem Dach des Brandenburger Doms

Dass man für einen Dachstuhl viel Holz braucht, weiß man. Doch wie viel unter dem Dach des Brandenburger Doms steckt, erstaunte die Besucher.

Wie es unterm Dach des Brandenburger Doms aussieht, schauten sich am Donnerstag neugierige Brandenburger an.Quelle: Rüdiger Böhme

Wie sieht es eigentlich unter dem Dach des Domes, da hoch oben über den Kuppeln des Domgewölbes aus? Auf diese Frage fanden am Donnerstag bei einer Sonderführung unter Leitung von Christian Radeke vom Dommuseum eine eindrucksvolle Antwort.

Unmengen an Holz sind im Brandenburger Dom verbaut worden. Bei einer Führung erfuhren die Gäste eine Menge über die Verarbeitung.

Doch bevor die Besucher hinauf stiegen, gab es am Boden einige erstaunliche Informationen zum Verhältnis Dom und Wald im Dommuseum. An einem Modell zeigte Christian Radeke, wie viel Holz für die jeweilige Verwendung am Dom benötigt wurde. „Was wir hier aufgelistet haben, sind leider alles nur Schätzungen, an denen wir aber tagelang gearbeitet haben, um sie der Realität so nah wie möglich zu bringen“, sagt er.

Allein dass zum Beispiel 32.000 Kubikmeter Holz benötigt wurden, um die Backsteine des Gotteshauses brennen zu können und pro Jahr rund 2500 Kubikmeter Holz zum Heizen des Domareals gebraucht wurden, zeigt welche Menge da notwendig war.

Backsteine brauchten viel Holz

So wurde das meiste Holz, das für den Dombau benötigt wurde, zum Brennen benötigt, denn der Dom war von Beginn an ein Backsteinbau. Das hatte damals auch zur Folge, das bereits im Hochmittelalter die Eichenbestände radikal abnahmen.

Nun aber ging es hinauf. Rund 30 neugierige Brandenburger stiegen die schmale Wendeltreppe hinter dem Böhmischen Altar hoch unter das Dach des ehrwürdigen Hauses. Vor 20 Jahren war hier viel gebaut und rekonstruiert worden.

Blick hinüber zur Katharinenkirche

An Pfosten hängen Baupläne. Sie vermitteln einen guten Eindruck, wie man mit Stahlverstrebungen das Dach stabilisiert hat. Doch der erste Blick fiel durch das runde Fenster hoch oben in Richtung Katharinenkirche.

In kleinen Gruppen nahmen die Teilnehmer der Führung zwanglos Besitz des Dachgewölbes. Christian Radeke stand für die konkreten Fragen bereit und gab gern Auskunft. Ein weiterer Höhepunkt: Durch eines der Lüftungslöcher im Gewölbe konnte man einen ganz besonderen Blick hinab in das Kirchenschiff genießen.

Nach gut einer Stunde stiegen die Besucher wieder hinab, voll mit vielen Eindrücken über die hohe Baukunst jener Zeit und dem dichten Gebälk. Und mit einer Menge Fotos in der Kamera oder auf dem Handy.

Von Rüdiger Böhme

Märkische Allgemeine Zeitung, 27.09.2019
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