01.08.2020  –  Märkische Allgemeine Zeitung

Was es mit dem neugestalteten Altarraum in Stüdenitz auf sich hat

Weit und breit einzigartig: In Stüdenitz wurde der Altarraum, die Apsis, im Zentrum modern gestaltet. Entsprechend wurde das jetzt auch gefeiert. Und es gibt noch einiges mehr zu tun in diesem Gotteshaus.

Wie sehr sich in Stüdenitzdarauf gefreut wurde, dass nun endlich auch der Altarraum in der Kirche fertig saniert ist, machte am Freitag die Kirchenälteste Ines Schmidt den Gästen einer kleinen Feierstunde klar. „Hurra, es ist vollbracht“, sagte sie: „Wir hatten manchmal schon nicht mehr daran geglaubt. Es wurden sogar Wetten abgeschlossen.“

Denn der Prozess sei kein leichter gewesen. Manches habe für „viel Kopfzerbrechen“ gesorgt. Einen Künstler per Wettbewerb für die moderne Gestaltung des Herzens ihres Gotteshauses zu suchen und mit ihm über ein Ergebnis übereinzukommen, das sei eben nicht von heute auf morgen zu erledigen gewesen. „Und es gab nicht zuletzt viele Kritiken.“

Die Apsis der Stüdenitzer Kirche wurde auf besondere Weise neu gestaltet. Der Clou: Das Kreuz auf dem Altar korrespondiert mit dem Bild dahinter. Quelle: Matthias Anke

Um das Gesamtwerk zu verstehen, erläuterte der Künstler Robert Weber aus Berlin beziehungsweise Bad Freienwalde höchstpersönlich, was er sich dabei dachte – im Dialog mit dem Kunstbeauftragten der Landeskirche, Hannes Langbein. Von dessen Vorgänger Christhard-Georg Neubert verlas Ines Schmidt ergänzend eine E-Mail. 

Altarkreuz und Bild korrespondieren in Stüdenitz miteinander 

Siehe da: Das zentrale Bild mit dem goldenen Grund und der rot-weißen Gestaltung ist ohne das rote Altarkreuz mit seinem ebenso goldfarbenen Jesus kaum denkbar. Beides korrespondiert miteinander. Dazu kommen vier Medaillons als jeweilige Mitte von vier Farbflächen, die mit Spruchbändern versehen sind. 

Mit den Diskussionen um seine Vorschläge konnte er umgehen, sagte Weber. Und obgleich er der Ausführende war, lobte er: „Toll, dass sich die Gemeinde so große Mühe gegeben hat.“

Nicht zuletzt sprach auch die Beteiligung der Prignitzer Superintendentin Eva-Maria Menard an der Feierstunde, die von Orgelstücken und Gambenklängen begleitet wurde, für die Bedeutung dieses Stüdenitzer Projekts. Menard führte dort zuletzt durch den 2019er zentralen Prignitzer Neujahrsgottesdienst.

Architektin Barbara Biehler (Mitte), links von ihr: Superintendentin Eva-Maria Menard. Quelle: Matthias Anke

Architektin Barbara Biehler sprach über das weitere Vorgehen: Wurden in den vergangenen Jahren Dach, Fassade und Fenster erneuert oder repariert und auch die Turmspitze neu eingedeckt, und stand nun die Innengestaltung im Mittelpunkt, geht es demnächst um deren Vollendung und dann um das Innere des Turmes. Geplant ist darin eine Dauerausstellung über die frühere Stüdenitzer Pfarrerin und Schriftstellerin Eva Hoffmann-Aleith.

Von Matthias Anke

Märkische Allgemeine Zeitung, 01.08.2020
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