20.11.2020  –  Märkische Allgemeine Zeitung

Wernikow: Feinschliff an der Feldsteinkirche

Sie ist die älteste Kirche der historischen Prignitz und stammt aus der Zeit um 1250: Die Feldsteinkirche in Wernikow im Norden von Wittstock punktet seit fünf Jahren mit der neuen Turmspitze. Außen ist alles top – nur der Innenraum muss noch saniert werden. Die Einwohner sorgen sich stets um ihr Schmuckstück.

Die Feldsteinkirche in Wernikow erhält derzeit eine Schönheitskur. Am Ostgiebel weisen Baugerüste auf die Arbeiten hin. „An drei Zinnen auf dem Giebel sind die Fugen herausgewaschen“, sagt Klaus Mundt auf MAZ-Nachfrage. 

Klaus Mundt leitet seit 2009 die Initiative Kirche Wernikow unter dem Dach des örtlichen Heimatvereins „Alte Schule.“ Diese Kirche ist die älteste der historischen Prignitz und stammt aus der Zeit um 1250. „Im Jahre 2015 wurde die Zinnen neu heraufgemauert, jetzt stellte sich heraus, dass die Ziegel nicht mehr im Mörtelbett liegen“, sagt er. Aus diesem Grund wurde jetzt eine Ziegelschicht neu in Mörtel gefasst, um den ursprünglichen Zustand wieder herzustellen. Bei Zinnen handelt es sich um gemauerte Aufsätze. 

Kirche ist in Wernikow hat seit 2015 wieder eine Turmspitze

Die Kirche hat sich im Laufe der vergangenen Jahre wieder zu einem Schmuckstück entwickelt. 2015 lief der erste Bauabschnitt mit Dachsanierung und Bau des neuen Kirchturms. Damals flossen gut 350.000 Euro in die Maßnahme. Die alte Turmspitze von 1890 musste bereits in den 1970er Jahren wegen Baufälligkeit abgetragen werden.

Die Zinnen am Ostgiebel erhalten nun neue Fugen.

Die Zinnen am Ostgiebel erhalten nun neue Fugen. Quelle: Christamaria Ruch

Seit fünf Jahren ist die Kirche dank des neuen Turms wieder weithin sichtbar. Die Turmspitze endet in 31,2 Meter Höhe.

Sechs Jahre von der Idee bis zum Baubeginn

Bereits 2009 legten die Wernikower den Grundstein für die Sanierung der Kirche und begannen mit den Vorarbeiten und der Suche nach Fördermitteln. Bis zum Baubeginn im Juni 2015 mussten die Kirchengemeinde und die Akteure in der Initiative Kirche Wernikowjedoch einen langen Atem zeigen.

Hüllensanierung an der Kirche in Wernikow ist abgeschlossen

2018 folgte mit der Trockenlegung der Fundamente der zweite Bauabschnitt. 95.500 Euro flossen in dieses Vorhaben. Die Feuchtigkeit hatte sich im Laufe der Zeit im Kirchenschiff festgesetzt – bis zu einem Meter Höhe waren die Wände feucht. Im Zuge der Trockenlegung entfernten Bauarbeiter und Einwohner rund um die Kirche gut einen halben Meter Erdreich.

Die Fassade wurde mit Spezialmörtel neu verfugt, schadhafte Steine ergänzt. Die Fenster konnten ebenfalls neu aufgearbeitet werden. Die Stufen im Vorraum der Kirche verschwanden in diesem Zuge, damit ist der Zugang leichter möglich. Der Beginn der Innenraumsanierung als dritter Bauabschnitt ist derzeit noch offen. 

Von Christamaria Ruch

Märkische Allgemeine Zeitung, 20.11.2020
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