06.05.2019  –  Märkische Oderzeitung

Wulfersdorf – Decke in neuem Gewand

DIE WULFERSDORFER KÖNNEN BALD WIEDER IHRE KIRCHE FÜR VERANSTALTUNGEN NUTZEN. DIE SANIERUNGSARBEITEN SIND FAST BEENDET

Originalgetreu: Die bemalten Holzbalken an der Decke wurden aufwendig restauriert. Auch die Ornamente um das Fenster (links) wurden neu angebracht.© Foto: Larissa Benz

Nach einer längeren Odyssee ist es am 19. Mai soweit: Die historische Kirche in Wulfersdorf wird nach einer mehrjährigen Sanierungsphase wieder für eine Veranstaltung geöffnet: Am 19. Mai soll hier dem Schriftsteller Günter de Bruyn die Ehrenbürgerwürde der Gemeinde Tauche verliehen werden.

Für Pfarrer Kai-Uwe Folgner-Buchheister geht damit eine Achterbahnfahrt zunächst zu Ende: „Ich habe mich nicht beirren lassen“, sagt er angesichts der späten Fertigstellung. Ursprünglich sollte das Gotteshaus schon vor gut einem Jahr wieder für die Öffentlichkeit zugänglich sein. Doch gerade die Dacharbeiten verzögerten sich laut Folgner-Buchheister, dadurch musste auch die Umrüstung länger stehen: „Das hat einige zusätzliche Kosten mit sich gebracht“, bedauert er.

Vieles hat sich verändert, manches ist erst auf den zweiten Blick erkennbar: Im Dachstuhl wurden die alten Holzbalken ausgetauscht, der Dachturm neu verschalt. Die Außenfassade wurde in lachsfarben gestrichen: „Das war nicht ganz unumstritten“, gibt der Pfarrer zu. In den vergangenen Monaten hat dann eine Restauratorin im Innenbereich die Deckenbalken originalgetreu bemalt, auch die ornamenthaften Verzierungen über den großen Fenstern wurden erneuert.

In den nächsten Tagen sollen dann noch die kleinen, beschädigten Fenster ausgetauscht werden und elektrische Lampen  innen und außen angebracht. Während der Pfarrer seinen Blick nach oben richtet, beginnen die Glocken um Punkt 12 Uhr zu läuten: „Das klappt jetzt zum Glück mechanisch“, sagt er. Zuvor übernahm ein Dorfbewohner diese Aufgabe. Dass die neuen, in Innsbruck gegossenen Glocken dreimal am Tag läuten, werde von den Wulfersdorfern generell gut angenommen.

Die veranschlagten Kosten der Sanierung von 350 000 Euro werden zum größten Teil durch Fördergelder aus dem europäischen Fonds für die Entwicklung des ländlichen Raums übernommen. Auch der Förderverein für die Dorfkirche hat eine Finanzspritze hinzugefügt. Der Rest kommt von der Landeskirche, dem Kirchenkreis und der Kirchengemeinde. Da sich die Kosten durch mehrere Bauverzögerungen erhöht haben, müsse er noch einmal einen Antrag an den Kirchenkreis für einen Zuschuss stellen, so der Pfarrer.

Durch das Dach tropfte Wasser

Bereits 2003 wurde in dem Gotteshaus ein Sanierungsbedarf wegen des undichten Dachs festgestellt, doch erst 2017 konnten die Arbeiten starten, nachdem die Finanzierung gesichert war.

„Fertig“ ist die Kirche für den Pfarrer trotzdem noch nicht: Weitere Restaurationsarbeiten an den bemalten Bänken seien eigentlich nötig, auch die Restaurierung der Orgel weiterhin gewünscht. Deshalb hat für Folgner-Buchheister der „sehr aktive“ Förderverein, der mit kulturellen Veranstaltungen Geld für das Gotteshaus sammelte, noch längst nicht seine Legitimation verloren.

Wann genau der erste Gottesdienst nach der Sanierungsphase stattfindet, soll am 13. Mai in einer Sitzung des Kirchengemeinderats beschlossen werden. So viel kann der Pfarrer allerdings schon verraten: In der Kirche stehe bald eine Dreifach-Taufe an, bei der  Vater, Tochter und Sohn in die Gemeinde aufgenommen werden. „Das ist natürlich etwas Besonderes“, betont er.

Märkische Oderzeitung, 06.05.2019
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