Dorfkirche Gumtow

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Steckbrief
16866 Gumtow Prignitz
Feldsteinbau 2. Hälfte 13. Jh., erneuert 15. Jh. Die Kirche ist von Ostern bis zum Reformationstag tagsüber geöffnet. Bei Fragen zur Kirche wenden Sie sich bitte an Frau Renate Peiker, Tel. 033977-80208, oder Frau Heidi Krüger, Te. 033977-82212
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    Dorfkirche Gumtow
    Dorfkirche des Monats Mai 2021

    Erstmals wird Gumtow in einer Urkunde aus dem Jahr 1275 erwähnt, als die brandenburgischen Markgrafen Otto und Konrad bestätigten, dass ihre Vorgänger – die Markgrafen Johann und Otto – das Dorf Gumthowe dem Domkapitel zu Havelberg im Tausch gegen andere Besitzungen überlassen hätten. Das Domkapitel legte zeitnah auf der Gumtower Feldmark ein neues slawisches Dorf  (novam villam slavicam) an. Seit 2002 ist der ursprünglich als Straßendorf angelegte Ort zwischen Kyritz und Perleberg Sitz einer Amtsgemeinde.Die Gumtower Kirche ist ein Feldsteinbau des späten 13. Jahrhunderts mit einem westlichen Querturm. Im 15. Jahrhundert fanden umfangreiche Erneuerungsarbeiten statt; so wurde die gesamte Nordwand neu aufgeführt, was vermutlich auf Zerstörungen in den zahlreichen lokalen Auseinandersetzungen der damaligen Zeit zwischen Domkapitel und Markgrafen, aber auch mit den mecklenburgischen Herzögen schließen lässt. Das neugotische Westportal und der Blendgiebel entstanden bei einem Umbau im Jahr 1883.

    Ein Altaraufsatz von 1624 ist mit gotischem Maßwerk verziert, das ebenso wie mehrere Schnitzfiguren wohl aus einem vorreformatorischen Retabel wiederverwendet wurde. In der Mitte findet sich eine (allerdings 1902 neu angefertigte) Maria mit Kind; die sechs übrigen Heiligen sind durch fehlende bzw. falsch zugeordnete Attribute nur noch schwer zu identifizieren. Die Predella bildet in guter protestantischer Tradition ein Gemälde des Letzten Abendmahles. Die restliche Ausstattung stammt aus der Zeit des oben erwähnten Umbaus. So schuf die Orgel 1884 der Wittstocker Orgelbauer Friedrich Hermann Lütkemüller. 

    Pfarrer Daniel Feldmann berichtet, dass die Gumtower Kirche „zu den Leuchttürmen unserer Region“ gehört. Die mindestens einmal im Monat stattfindenden Gottesdienste sind gut besucht. Zum Erntedankfest werden die Gottesdienste von Kindern der evangelischen Kindertagesstätte im Ort mit gestaltet. Am Heiligen Abend üben Kinder des Dorfes noch traditionell ein Krippenspiel ein. Regelmäßig finden hier Konzerte statt, auch Lesungen und Gesprächsabende sind geplant. Monatlich trifft man sich im Gemeinderaum des Pfarrhauses zum Gemeindenachmittag. 

    Im vergangenen Jahr war es nach jahrzehntelangem Sanierungsstau nun endlich möglich, mit der Instandsetzung des Kirchturms zu beginnen. In diesem Jahr folgt die Sanierung des Kirchenschiffes. Die Gerüste stehen bereits; im Oktober sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Dann werden die inzwischen maroden Betondachsteine aus den 70er oder 80er Jahren durch haltbare Biberschwanzziegel ausgetauscht sein. Auch der Innenraum soll bis dahin saniert sein: Reparaturarbeiten an der hölzernen Kassettendecke und ein neuer Anstrich der Wände sind geplant. Möglich wurde der aktuelle Bauabschnitt durch eine Förderung des Landes Brandenburg aus dem Staatskirchenvertrag, die durch Mittel der Landeskirche, des Kirchenkreises und der Kirchengemeinde ergänzt wird. Da die Förderung nicht in der beantragten Höhe erfolgen konnte, mussten weitere Partner mit ins Boot geholt werden. Dazu gehört neben der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, der Stiftung KiBa, der Oetker-Stiftung und dem Landkreis Prignitz auch der Förderkreis Alte Kirchen. 

    Weitere Informationen: Pfarrer Daniel Feldmann; Johann-Sebastian-Bach-Straße 51; 16866 Kyritz; Tel.: 033971-56707; Mail: d.feldmann@kirchenkreis-prignitz.de