Dorfkirche Jetsch

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Steckbrief
15938 Jetsch Dahme-Spreewald
Feld- und Backsteinbau des 14. Jh., Turm 18. Jh., Altar und Kanzel um 1695 Schlüssel bei Astrid Werner, Dorfstr. 28, Tel. 035453-5237
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Dorfkirche Jetsch
Dorfkirche des Monats November 2009
Am Donnerstag, dem 2. Juli 2009 zog in den frühen Abendstunden ein kräftiges Gewitter über die Lausitz. Auch in dem Dorf Jetsch setzte Starkregen ein, es blitzte und donnerte. Plötzlich erschütterte ein lauter Knall den Ort. Nur kurze Zeit später schlugen Flammen und dichte Qualmwolken aus dem Turmaufsatz der Jetscher Dorfkirche. Ein Blitzschlag hatte den Kirchturm mit seiner barocken, zweifach geschwungenen Haube getroffen, der erst zwei Jahre zuvor umfassend instandgesetzt worden war. Es dauerte mehrere Stunden, bis die aufwändige Holzkonstruktion gelöscht war. Wie durch ein Wunder blieben sämtliche Dokumente in der Turmkugel unversehrt. Die Jetscher Dorfkirche, ein einfacher Saalbau aus Feld- und Backstein, stammt vermutlich aus der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts. Der erwähnte verbretterte Dachturm entstand 1728, wohl zur selben Zeit wurden die ursprünglichen schmalen Fenster in der heutigen flachbogigen Form vergrößert. Der Innenraum wird von einer modernen offenen Dachkonstruktion überspannt. Die Emporen an der Nord- und Westwand entstanden im 17. Jahrhundert, die Logenempore an der nördlichen Chorwand vermutlich bereits im 16. Jahrhundert. Der Luckauer Maler Christian Zimmermann schuf 1695 den dreigeschossigen, mit barockem Knorpelwerk verzierten Altaraufsatz. In der Predella ist das Abendmahl dargestellt, das Mittelfeld zeigt eine Kreuzigungsszene, im Aufsatz die Auferstehung. Auf seitlichen ovalen Medaillons sind die Anbetung der Hirten und die Beschneidung Christi dargestellt. Zeitgleich dürfte die Kanzel entstanden sein, die in den Feldern des Kanzelkorbes Bildnisse der Evangelisten sowie Christus als Salvator zeigt. Der Zugang zur Kanzel erfolgt durch den Pfarrstuhl in der Südostecke des Altarraumes, der gleichzeitig als evangelischer Beichtstuhl diente. Auf letztere Funktion weist eines der Bilder hin, die das Gestühl verzieren: Der Pfarrer erteilt hier dem Beichtkind durch Handauflegen die Absolution. Glücklicherweise hatte das Löschwasser bei dem Turmbrand im Juli zwar die Lehmdecken im Kirchturm in Mitleidenschaft gezogen, aber an der Ausstattung des Kirchenraumes keinerlei Schaden angerichtet. Durch Gelder der Feuerversicherung war es möglich, die entstandenen Schäden am Turm zügig zu beseitigen. An der Finanzierung einer neu installierten Blitzschutzanlage beteiligte sich der Förderkreis Alte Kirchen mit einer Summe von 2.000 Euro. Ein schon länger geplantes Vorhaben ist im Sommer diesen Jahres außerdem realisiert worden. Insgesamt 13 Fenster hat eine Firma aus Finsterwalde denkmalschutzgerecht aufgearbeitet und wieder eingesetzt. Alle originalen Scheiben blieben erhalten und die fehlenden wurden mit mundgeblasenem Fensterglas ersetzt, wie es im 13. und 14. Jahrhundert verwendet wurde. Rund 10 500 Euro wurden investiert; die Kirchengemeinde bekam finanzielle Unterstützung von der Landeskirche Berlin-Brandenburg, dem Kirchenkreis Lübben, dem Förderkreis „Alte Kirchen der Luckauer Niederlausitz“ und dem Landkreis Dahme-Spreewald. Weitere Informationen: Ev. Pfarramt Golßen; Pfr. Martin Nikolitsch; Tel.: (03 54 52)17 91 79
Presse: Lausitzer Rundschau vom 03. Juli 2009: Blitzeinschlag setzt den Jetscher Kirchturm in Brand Lausitzer Rundschau vom 03. November 2009: Reparaturen nach Blitzeinschlag auf Jetscher Kirchturm fast beendet Lausitzer Rundschau vom 11. Dezember 2009: Kugel und Wetterhahn wieder auf dem Kirchturm in Jetsch