Dorfkirche Lobbese

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Diese Kirche ist nicht offen.
Steckbrief
14929 Treuenbrietzen OT Lobbese Potsdam-Mittelmark
Feldsteinbau um 1200, mit langgezogenem Schiff, Chor und Apsis; Dachreiter 18. Jh.; mittelalterliche Sakramentsnische, Kanzel und anschließender ev. Beichtstuhl mit Gemälde einer protestantischen Beichte aus dem 17. Jh.
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    Dorfkirche Lobbese
    Dorfkirche des Monats April 2022

    Bereits 1276 wurde der Ort Lobbese (bereits in der heutigen Schreibweise) erstmals urkundlich erwähnt. Heute ist das Dorf, das unweit von Wittenberge und damit direkt an der Grenze zu Sachsen-Anhalt liegt, ein Ortsteil der Stadt Treuenbrietzen. In einem Visitationsbericht von 1591 wird erwähnt, dass der Ort immerhin 58 Hufen besaß, wovon zwei Freihufen dem Pfarrer gehörten. 

    Die Kirche von Lobbese, ein um oder kurz nach dem Jahr 1200 entstandener Feldsteinbau liegt leicht erhöht auf dem Dorfanger und bietet so einen beeindruckenden Anblick. Sie besteht aus einem langgezogenen Schiff, einem eingezogenen relativ kurzen, nahezu quadratischen Chor und einer kleinen Apsis. Über der Westwand sitzt ein aus dem 18. Jahrhundert stammendes Dachreitertürmchen aus Fachwerk, dessen Spitze mit Schiefer gedeckt ist. In der Apsis blieben die bauzeitlichen kleinen Rundbogenfenster erhalten. 

    Im Innenraum trennt ein runder Triumphbogen den Chorbereich vom Kirchenschiff. Ältestes Ausstattungsstück ist eine mittelalterliche Sandsteintaufe, die ursprünglich im westlichen Eingangsbereich der Kirche stand. Eine Sakramentsnische mit geschmückter Sandsteinrahmung,  schönen gotischen Beschlägen und dem sächsischen Wappen datiert laut Inschrift auf das Jahr 1518. Die hölzerne Kanzel des 17. Jahrhunderts schmücken Darstellungen der vier Evangelisten. Bei dem sich anschließenden „Pfarrstuhl“ (so unter anderem im aktuellen „Dehio“ benannt) dürfte es sich eher um einen evangelischen Beichtstuhl gehandelt haben, schließlich ziert ihn ein Gemälde, das die Beichte im protestantischen Sinne zeigt. Der Altar ist modern gestaltet. Die Orgel mit acht Registern auf einem Manual und dem Pedal schuf 1853 der im nahe gelegenen Niemegk wirkende Orgelbauer Gottfried Wilhelm Baer.

    Eher durch Zufall wurden im Innenraum der Dorfkirche Lobbese prächtige Jugendstilmalereien entdeckt. Im Apsis- und Chorbereich blätterte die hellgraue kunstharzgebundene Farbe ab. Zum Vorschein kamen leuchtend bunte Farben: Blumenornamente, illusionistische Vorhangmalereien, ein Sternenhimmel und Spruchbänder kamen zum Vorschein. Die malerische Gestaltung der Apsis, die um 1900 entstand und durch ein altes schwarz/weiß-Foto in ihrer Gesamtgestaltung gut dokumentiert ist, wurde ein gutes halbes Jahrhundert überstrichen. Nun hat die Gemeinde in Abstimmung mit den Denkmalbehörden beschlossen, diesen künstlerischen Schatz freilegen und restaurieren zu lassen und ihn so für die Öffentlichkeit wieder sichtbar werden zu lassen. 

    Die evangelische Kirchengemeinde Lobbese ist Teil des Pfarrbereichs Niemegk. Zur Gemeinde gehören etwa 50 Gemeindeglieder. Monatlich finden Gottesdienste statt, auch mit Lektoren und Ehrenamtlichen aus der eigenen Gemeinde. Zusätzlich laden Konzerte und kulturelle Veranstaltungen Besucher in die Kirche ein.

    Ein vom Förderkreis Alte Kirchen finanziertes restauratorisches Gutachten für die Freilegung der Jugendstilmalereien liegt vor, so dass die Arbeiten in diesem Jahr beginnen könnten. Der Förderkreis Alte Kirchen hat auch dafür seine finanzielle Unterstützung zugesagt; weitere Anträge sind in Bearbeitung. Darüber hinaus hat die Kirchengemeinde bereits erhebliche Eigenmittel in ihren Haushalt eingestellt. Die engagierte Gemeinde ist sich sicher, dass die wieder hergestellten Fresken Besucher aus der Region und darüber hinaus in ihre Kirche ziehen werden.

    Weitere Informationen: Pfarramt Niemegk; Pfarrer Daniel Geißler; Kirchplatz 9; 14823 Niemegk; Mail: pfarramt.niemegk@ekmb.de; Tel.: 033843-51338