Dorfkirche Malchow

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Steckbrief
17291 Schönfeld Uckermark
Frühgotischer Feldsteinbau des 13. Jh. mit schiffsbreitem Turm, Rundfenster im Ostgiebel, mittelalterliche Glocke, Taufengel im roten Gewand, Labyrinthpark um die Kirche Von April bis Okt. tägl. geöffnet, sonst Schlüssel bei Anett Kiester, Tel. 0152-6243099, oder im Pfarramt Schönfeld, Dorfstraße 60 erhältlich, Tel. 039854-546
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Dorfkirche Malchow
Dorfkirche des Monats Mai 2003
Die Eule war sichtlich irritiert. Aufgeregt hatte sie ihren ruhigen Wohnsitz im Orgelgehäuse verlassen, flatterte nun wild zwischen den Resten des Patronatsgestühls, machte kurze Rast auf dem Kanzeldeckel, um sich dann eilends durch ein zerbrochenes Fenster ins Freie zu retten. Seit langer Zeit war sie wohl das einzige Lebewesen, das sich des öfteren in der alten Dorfkirche von Malchow sehen ließ. Nun war sie von ihrem sicher geglaubten Ruhesitz aufgescheucht worden ñ durch den Vorstand des Förderkreises Alte Kirchen, der hierher gekommen war, um mit Fachleuten über eine Notsicherung des desolaten Gotteshauses zu beraten. Vor dem Bau der Nordautobahn war die B 109 eine stark befahrene Straße in Richtung Ostsee. Etwa auf halbem Weg zwischen Prenzlau und Pasewalk liegt das Dorf Malchow. Auf der linken Seite ragt der verbretterte Turmaufsatz des Kirchengebäudes aus den Bäumen; das Kirchenschiff verschwindet fast hinter Sträuchern und Büschen. An den sorgfältig behauenen Feldsteinen und dem abgeschrägten Sockel lässt sich ablesen, dass der Bau aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts stammt ñ aus der Zeit, in der die Uckermark von deutschen Siedlern „kolonisiert“ worden war. So alt ist auch das gestufte Westportal, dessen mit Bandeisen und Vorhängeschloss gesicherter Eingangstür man ansieht, dass sie nur noch sehr selten geöffnet wird. Das Innere des Kirchengebäudes bietet einen traurigen Anblick: Die glatt geputzte Schilfrohrdecke ist nicht mehr zu halten; die vom Beginn des 18. Jahrhunderts stammende, mit gewundenen Säulchen und reichem Akanthusschnitzwerk verzierte Ausstattung wurde zum Teil schon vor langer Zeit mutwillig zerstört. Der Zustand des Dachtragwerkes lässt sich bislang nur erahnen, denn der Dachstuhl ist nicht mehr zu betreten. Als Gotteshaus für die winzige Kirchengemeinde wird die Malchower Dorfkirche eigentlich nicht mehr gebraucht. Die nächste Kirche ñ in Göritz ñ steht nur einen Kilometer entfernt. Hier finden noch regelmäßig Gottesdienste statt und auch hier hat die Gemeinde reichlich zu tun, das vom Schwamm befallene Gotteshaus zu sanieren. Schlechte Karten also für Malchow? Eine aufwändige Sanierung ist nur zu rechtfertigen, wenn es Vorstellungen über eine zukünftige Nutzung der denkmalgeschützten Kirche gibt. Dringend notwendig ist jedoch eine baldige Notsicherung. Mit Hilfe von ABM-Kräften wird zur Zeit das verbliebene Inventar ausgelagert, um es vor weiterem Verfall zu schützen und die Möglichkeit einer späteren Aufarbeitung offenzuhalten. Die Dachkonstruktion wird abgesteift und so vor dem Einsturz gesichert. Anschließend muss die Statik des Gebäudes untersucht und ein Holzschutzgutachten erstellt werden. Vielleicht ist es in absehbarer Zeit möglich, ein saniertes Malchower Gotteshaus als Wegkirche an der Bundesstraße Richtung Norden den vorbeihastenden Urlaubern als Ort der Besinnung und Rast zu öffnen. Zum jetzigen Zeitpunkt geht es um die Sicherung wertvoller historischer Substanz, die unwiederbringlich verloren zu gehen droht. Dazu bitten wir Sie dringend um Ihre Unterstützung!
Zum Weiterlesen: Mitteilungsblatt August 2009: Ouvertüre der künftigen Musikkirche Mitteilungsblatt September 2010: Mit viel Musik und langem Atem Nordkurier vom 07. Juni 2012: Ein Engel kehrt zurück Nordkurier vom 19. Juni 2012: Wunder von Malchow gemeinsam errungen Die Kirche vom 28. Dezember 2012: Auf der Suche nach der Mitte