Dorfkirche Mehlsdorf

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Steckbrief
15936 Ihlow OT Mehlsdorf Teltow-Fläming
Barocker Putzbau von 1665 mit imposantem Fachwerkturm, Kanzelaltar, Brüstungsmalerei Schlüssel siehe Aushang an der Kirche
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Dorfkirche Mehlsdorf
Dorfkirche des Monats April 2019,

Das kleine Angerdorf mit lediglich etwa 130 Einwohnern liegt etwa acht Kilometer südwestlich der Stadt Dahme, landschaftlich eingebettet vom „Mehlsdorfer Busch“, einem Erlenbruchwald. Erstmalig urkundlich erwähnt wurde der Ort als Melistorff in einer Urkunde des Jahres 1376, damals im Besitz der Kurfürsten von Sachsen und Sachsen-Weißenfels. Später hatte ein Zweig der Familie von Kleist hier Besitz; ihr Gutshaus wurde nach 1945 leider abgebrochen. Erhalten blieb in einem Wäldchen am Rande des Ortes – ursprünglich zum Gutspark gehörend – ein steinernes Grabdenkmal für Wilhelm Graf von Kleist (1862-1907). Ansonsten hat sich das historische Ortsbild im Wesentlichen erstaunlich gut erhalten.

Foto: Hans Krag

Eine Kirche erhielt Mehlsdorf wohl erst im 16. Jahrhundert, um den Einwohnern den beschwerlichen Weg zum Gotteshaus im benachbarten Ihlow zu ersparen. Der zunächst turmlose Putzbau aus Feld- und Backstein wurde 1666 auf Veranlassung des damaligen Gutsherren Melchior von Schlomach eingreifend umgebaut und erhielt einige Jahrzehnte später den beeindruckenden westlich vorgesetzten Fachwerkturm mit welscher Haube und offener Laterne.

Die Ausstattung des Kircheninnenraumes stammt zumeist aus der Bauzeit in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Ein Kanzelaltar zeigt in der Predella das Abendmahl und in den Brüstungsfeldern der von Säulen flankierten Kanzel Bilder der Evangelisten. An der Westempore, unter der in den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderets eine Winterkirche eingebaut wurde, finden sich Gemälde mit Darstellungen biblischer Geschichten vom Sündenfall bis zur Auferstehung, darüber eine geschnitzte Kartusche und das Patronatswappen der Schlomachs. Bemerkenswert ist an der Südwand ein steinernes Epitaph für Johann George und Christine Louise von Schlomach. Eine Tafel, die Informationen über das Leben des Ehepaares erzählt, wird von einer Kriegsgöttin und einem Putto eingerahmt.

Obwohl 1989/90 Sanierungsmaßnahmen stattfanden, besteht nun wieder dringender Instandsetzungsbedarf: Der Dachstuhl des Kirchenschiffes muss komplett erneuert, die durch Nässe geschädigte Kirchendecke ausgetauscht und die Fachwerkkonstruktion des Turmes erneuert werden. Zwischen dem Kirchenschiff und dem anschließenden Turm konnte jahrelang ungehindert Feuchtigkeit eindringen, die insgesamt zu schweren Schädigungen führte.

Von den Mehlsdorfern wird die Kirche als wichtiger Mittelpunkt des Ortes sowie zentraler Treffpunkt für vielfältige Veranstaltungen  gesehen und über die Gottesdienste und Kasualien hinaus gern genutzt. Seit etlichen Jahren zieht das Mehlsdorfer Pflaumenmus-Fest Ende September Besucher aus der Region und darüber hinaus an. In zehn großen Waschkesseln wird öffentlich und von einem Bauernmarkt begleitet Pflaumenmus gekocht. Organisiert wird das Fest vom Traditionsverein Mehlsdorf e.V., die Erlöse sollen in die Sanierung der Kirche fließen.

Durch eine Zusage finanzieller Förderung aus dem LEADER-Programm der Europäischen Union wird es nun möglich sein, mit der Instandsetzung des Kirchengebäudes zu beginnen, die nach mehreren Bauabschnitten bis 2021 beendet werden sollen. Der Förderkreis Alte Kirchen hat einen Zuschuss ebenfalls bereits gesagt, um der Kirchengemeinde dabei zu helfen, den nötigen Eigenanteil aufzubringen. Nach Abschluss der Arbeiten wird sich die Kirchengemeinde der „Kirchenstraße Elbe-Elster“ anschließen, einem Netzwerk von inzwischen mehr als fünfzig Kirchen, die im Rahmen eines Radwegenetzes für Besucher geöffnet sind.

Weitere Informationen: Evangelisches Pfarramt Wahrenbrück; Pfarrer Michael Seifert; Mühlgasse 1; 04294 Wahrenbrück; Tel.: 035431-94431; Mail: kirche-wahrenbrueck@t-online.de

Dorfkirche Mehlsdorf im Pressespiegel
Brandenburgs Dorfkirche des Monats steht in Mehlsdorf 01.04.2019 · epd