Dorfkirche Pessin

Logo Offene Kirche
Steckbrief
14641 Pessin Havelland
Feldsteinbau des 13. Jh., 1739 in Backstein erweitert, Wappenmalereien, barocke Stuckdecke mit Engelreliefs, umlaufende Emporen, Kanzelaltar, begehbarer Westquerturm mit Besucherzentrum Von Mai bis Okt. So 13 - 16 Uhr offen, sonst Schlüssel bei Christel Kabot, Straße der Jugend 6, Tel. 033237-89567, www.dorfkirche-pessin.de
Förderverein Dorfkirche Pessin e.V.
Andreas Flender
Dorfstraße 33c
14641 Pessin
Tel.: 03 32 37 - 8 95 80

Homepage des Fördervereins Dorfkirche Pessin

Die Kirche Pessin auf der Website der Evangelischen Kirchengemeinde Havelländisches Luch

Angaben korrigieren oder ergänzen

Angaben korrigieren oder ergänzen

Wir prüfen die Informationen und behalten uns die Veröffentlichung vor. Die Daten werden elektronisch gespeichert. Sie werden nicht für weitere Angebote verwendet und nicht an Dritte weitergegeben. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Dorfkirche Pessin
Dorfkirche des Monats März 2010
Der Schlüssel, den die Petrusfigur am Kanzelaltar der Pessiner Kirche scheinbar mühelos in der rechten Hand trägt, ist fast halb so groß wie Petrus selbst. Man könnte meinen, der Apostel besitzt nicht nur den „Schlüssel zum Himmelreich“, sondern lädt auch – als Hüter und Schlüsselbewahrer – zum Besuch des Gotteshauses in dem westhavelländischen Dorf zwischen Nauen und Rathenow ein. In kaum einem anderen märkischen Dorf war der Grundbesitz derart zersplittert wie in Pessin. Nach unzähligen Erbteilungen, Verkäufen, Verpfändungen und Rückkäufen wurden in einem Landreiterbericht von 1608 acht Rittersitze, sieben davon im Besitz der Familie von Knoblauch, beschrieben. Einige dieser Rittersitze dürften kaum die Bewohner ernährt haben, da sie über weniger Hufen als eine ordentliche Bauernstelle verfügten. Noch heute sind in Pessin, allerdings zum größten Teil in sehr desolatem Zustand, drei Herrenhäuser erhalten, darunter das vermutlich älteste Brandenburgs, dessen Kernbau bereits 1419 errichtet worden sein soll. Der in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts errichtete Feldsteinbau der Kirche wurde 1739 nach Osten hin in Backstein erweitert. Um den älteren Teil des Kirchenschiffes dem breiteren Anbau anzupassen, wurden sowohl auf der Süd- wie auf der Nordseite hölzerne Lauben errichtet. Der vermutlich bereits bauzeitliche Turm wurde – anders als das Kirchenschiff – ebenfalls in Backstein ausgeführt. Der Innenraum wird geprägt durch die umlaufende Empore, wobei unter dem südlichen Teil eine Winterkirche abgetrennt wurde, die zugleich als Gemeinderaum genutzt wird. In den Brüstungsfeldern sind Wappenschilde der Familie von Knoblauch sowie ihrer angeheirateten Ehefrauen erhalten. Den Kanzelaltar mit kräftigem barocken Akanthusschmuck schuf im Jahr 1700 Tischlermeister Witte aus der Stadt Brandenburg. Neben den Skulpturen Petrus und Paulus, Johannes und Matthäus ziert auch eine Darstellung des Moses den Altaraufbau, gleichsam den Zusammenhang von Altem und Neuem Testament, von Gesetz und Evangelium aufzeigend. Unübersehbar an der Pessiner Kirche sind jedoch zahlreiche Bauschäden, die letzten größeren Instandsetzungsmaßnahmen an dem Gebäude fanden 1939 statt. Unter der Nordempore wurde der Echte Hausschwamm festgestellt, der auf das übrige Inventar überzugreifen droht. Um sie vor Schwammbefall zu schützen, wurde die Orgel bereits ausgebaut und sicher eingelagert. Dringend saniert werden muss auch die Kirchendecke. In den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts notdürftig angebrachte Sperrholzplatten, die die Schäden mehr kaschierten als behoben, lösen sich nach und nach. Zu allem Überfluss brach Anfang November des letzten Jahres im Eingangsbereich der Fußboden großflächig ein, so dass die Kirche vorläufig gesperrt werden musste. Es spricht für die Pessiner, dass mit Hilfe von Spenden, erheblichen Eigenleistungen und der Unterstützung einer örtlichen Baufirma zeitnah Abhilfe geschaffen werden konnte; der Gottesdienst am heiligen Abend wurde bereits wieder in der Pessiner Kirche gefeiert. Anfang dieses Jahres gründete sich mit tatkräftiger Unterstützung des Förderkreises Alte Kirchen der Förderverein Dorfkirche Pessin, der die Instandsetzung des gesamten Gebäudes und seiner Ausstattung nun zielgerichtet in Angriff nehmen möchte. Bereits im Frühjahr soll mit der Bekämpfung des Hausschwamms begonnen werden. Zugleich möchte die Initiative an „der kulturellen Entwicklung der Pessiner Kirche und der kulturellen Einbindung der Kirche in die dörfliche Gemeinschaft“ mitwirken. Für weiterreichende Nutzungen der Kirche ist ein umfassendes Konzept bereits fertiggestellt worden. Petrus mit dem großen Schlüssel wird den Fortgang der Bemühungen um die Pessiner Kirche sicher wohlwollend beobachten und freut sich bereits jetzt über Besuch in der Pessiner Kirche.
Zum Weiterlesen: Märkische Allgemeine vom 14. Oktober 2010: Pessiner Förderverein engagiert sich für Kirchensanierung Märkische Allgemeine vom 14. Dezember 2011: Immer wieder Schwamm Märkische Allgemeine vom 28. Februar 2012: Schätze in der Kirche Märkische Allgemeine vom 02. August 2012: Bald wieder ansehnlich PreussenSpiegel vom 05. September 2012: Pessins Dorfkirche ist etwas ganz Besonderes Märkische Allgemeine vom 01. Dezember 2012: In neuem Glanz PreussenSpiegel vom 03. Dezember 2012: Die Fassade der Pessiner Dorfkirche ist fertig Evangelisches Monatsblatt vom 24. Februar 2013: Hilfe für Pessin Märkische Allgemeine vom 12. August 2013: Pessiner Kirchenschiff für die Deckensanierung eingerüstet Mitteilungsblatt Dezember 2013: Einstürze und Aufbruch Märkische Allgemeine vom 12. Dezember 2013: Die Engelein schauen wieder von oben zu PreussenSpiegel vom 02. April 2014: Impfung für Johannes Märkische Allgemeine vom 18. Mai 2014: Pessiner Dorfkirche in barockem Glanz Märkische Allgemeine vom 21. Juli 2015: Wappen erhielten messingfarbene Rahmen Märkische Allgemeine vom 06. Mai 2016: Dorfkirche Pessin bekommt 78.000 Euro Märkische Allgemeine vom 21. Mai 2016: Besser hören bei Gottesdiensten Märkische Allgemeine vom 11. November 2016: Bund gibt 54.000 Euro für Orgelsanierung Märkische Allgemeine vom 09. Januar 2018: Stück für Stück zum alten Glanz Märkische Allgemeine vom 03. Oktober 2018: Die Orgel ist zurück