von Andreas Flender

Kunstinstallationen in Kirchen

Das Projekt „Papier und Licht“ nimmt Gestalt an

Turm der Dorfkirche HohenofenFoto: Kirchenkreis Prignitz
Kirche Hohenofen

In Hohenofen befindet sich die wohl älteste noch intakte Papierfabrik Brandenburgs. Bereits 1663 wurde dort Raseneisenstein abgebaut, zu dem „Hohen Ofen“ transportiert und verhüttet. Später wurde dort Silber verschmolzen, bevor 1836 die Patent – Papierfabrik entstand. Für die industrielle Produktion wird die Anlage zwar schon lange nicht mehr eingesetzt, jedoch kümmert sich eine sehr aktive Initiative um das heutige Museum und die Geschichte der Papierverarbeitung. Bei der Frage, wie man das Thema „Papier“ auch in unserer Region künstlerisch bearbeiten könnte, rückten unsere Dorfkirchen sofort in den Fokus. Die Projektidee wurde bereits vor einem Jahr in einem Symposium getestet und in der denkmalgeschützten Dorfkirche Sieversdorf präsentiert. Künstlerinnen und Künstler hatten die örtlichen Bedingungen genutzt, um Installationen aus Papier unter Berücksichtigung der Formen und Farben der Kirchen und deren Fenster zu gestalten. Hohenofen und Sieversdorf befinden sich geografisch an einer Schnittstelle der Landkreise Prignitz, Havelland und Ostpriginitz-Ruppin und die Projektleitung plant daher auch bewusst die Einbeziehung eines größeren Umfeldes. Der Förderkreis Alte Kirchen hat von Anfang an die Idee begleitet. In diesem Jahr wird das Projekt nun in ein Konzept gegossen, so dass solche Kunstinstallationen in weiteren Dorfkirchen ermöglicht werden können. Anfang des Jahres haben mehrere Künstlerinnen und Künstler den Kunstkiosk in Neuruppin mit einer Papier-und-Licht-Installation gestaltet und damit auf das Vorhaben aufmerksam gemacht. Im Juli wurde das Projekt beim Konvent des Kirchenkreises Prignitz in Lenzen vorgestellt. Hier wurde angeregt, das Projekt in Zusammenhang mit der Landesgartenschau in Wittenberge zu bringen. Im August fand ein Aufbaukurs für Künstler in Groß Derschau statt. Im Oktober soll nun ein weiteres Symposium angeboten werden. An einer Örtlichkeit sowie der Finanzierung wird derzeit noch gearbeitet. Angestrebt wird ein überregionales Projekt, das über Fördermittel aus dem LEADER Programm entscheidend mitfinanziert wird. So könnten auch mehr Kirchen davon profitieren. Jedenfalls hat die evangelische Gesamtkirchengemeinde Berge-Gulow-Seddin Interesse, dass der Projektauftakt im nächsten Jahr in Kirchen ihrer Gemeinde stattfindet. Die Projektleiterin wird das Konzept demnächst dort präsentieren. Die Planung geht davon aus, dass wenigstens vier bis fünf weitere Kirchen davon profitieren könnten. Wir vom Förderkreis Alte Kirchen arbeiten mit zahlreichen Gemeinden und Fördervereinen zusammen und sehen daher dieses Angebot als eine Chance, um die wunderschönen Dorfkirchen bekannt zu machen, sinnvoll zu nutzen und nicht zuletzt um weitere Gelder für Erhaltungsmaßnahmen zu generieren. Neben Baumaßnahmen unterstützt der FAK auch Projekte wie „Vergessene Kunstwerke“ und „Musikschulen öffnen Kirchen“. Wer Interesse an „Papier und Licht“ hat – Künstler oder auch Kirchengemeinden – kann sich gerne mit der Projektleiterin Ute Fürstenberg in Verbindung setzen.

Kunstobjekte aus Papier mit LichtinstallationenFoto: paho
Papier-Licht-Objekte

www.zentrumfuerpapier.de

Andreas Flender

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