18.06.2019  –  Märkische Oderzeitung

Carziger Kirche ist kulturelles Zentrum

15 Jahre Förderverein Carzig: Uwe und Ruth Graeber mit Renate und Karl Heinz Labes (v.l.) an der Bilderwand.© Foto: Cornelia Mikat

Am Sonntag begingen die Mitglieder der „Initiative Dorfkirche Carzig“ das 15-jährige Bestehen ihres Vereins. Dazu organisierten sie mit zahlreichen Helfern und Mitgliedern der Kirchengemeinde einen Gottesdienst mit Pfarrer Martin Müller. Das Fest wurde musikalisch vom Musikantenduo Elena Welker (Klavier) und Andrey Ur (Violine) gestaltet. Als 2004 zuerst nur zwölf Carziger Enthusiasten begannen, sich um die Gebäudereste der Kirche ihres Ortes zu kümmern, glaubten noch viele im Dorf, dass deren Vorhaben unmöglich sei. Vereinsvorsitzende Renate Labes erinnerte an den langen Weg.

Ruine wurde gesichert

2006 begannen im Rahmen einer MAE- Maßnahme unter Führung des Vereins erste Arbeiten. Eine alte Friedhofsmauer wurde abgerissen und durch eine neue ersetzt. Ein erster Bauabschnitt zur Sicherung der Kirchruine begann 2011. Der Ostgiebel der Notkirche wurde geöffnet, und es entstand eine große Fensterfront. Eine neue Elektroinstallation, Heizung und Fußboden folgten. Der geschaffene Raum ermöglichte vielfältige Nutzungsmöglichkeiten. Der Verein organisierte Konzerte, zahlreiche Ausstellungen und die Aufführung künstlerischer Programme. Die Frauen des Ortes trafen sich einmal monatlich und die Amtsverwaltung tagte dort auch schon. Zugleich bot der neu entstandene Raum einen würdigen Rahmen für Trauerfeiern.

Die ehemalige Kirchruine entwickelte sich zum kulturellen Zentrum des Dorfes. Dies wäre  ohne das große ehrenamtliche Engagement, zahlreiche Unterstützer und Sponsoren nicht möglich gewesen, betonte Renate Labdes. Sie nannte Karl-Heinz Labes, Eleonore Jost (Urenkelin des Erbauers der Kirche, Eugen von Burgsdorff) sowie Fritz Graeber, der als junger Mann im Zweiten Weltkrieg die Kirche besuchte und bis zu seinem Tod im Februar 2019 ihre Rettung finanziell unterstützte. Zur Jubiläumsfeier des Vereins reiste überraschend sein Sohn Uwe Graeber mit Frau aus Norddeutschland an. Renate Labes dankte auch dem Förderverein Fichtenhöhe, der Gemeinde, allen Kirchen- und Vereinsmitgliedern sowie den fleißigen Bäckerinnen des Dorfes.

Seit Vereinsgründung konnten 25 000 Euro Spenden eingeworben werden. Als nächstes soll die Friedhofsmauer bis an die Grundstücksgrenze verlängert werden. Für einen zweiten Bauabschnitt reichen jedoch die finanziellen Mittel bisher nicht. Ziel ist der eigentliche Wiederaufbau der Kirche, wofür noch viel Geld benötigt wird.

Märkische Oderzeitung, 18.06.2019
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