08.12.2019  –  Märkische Allgemeine Zeitung

Historische Weihnacht in der Krangener Kirche

Es ist eng auf der Empore der Krangener Kirche. Hunderte Besucher zwängen sich an diesem Nachmittag an den Ständen entlang. Wer etwas Gestricktes, Gebackenes oder Gefilztes erwerben will, muss erst einmal nach der Standinhaberin Ausschau halten, die sich oft in eine Ecke zurückgezogen hat, um den Menschenstrom hindurch zu lassen.

Akteure in historischen Kostümen

Prignitzfolk sorgte musikalIsch für Flair. Quelle: Cornelia Felsch

Erkennen kann man die Mitwirkenden dann aber doch recht schnell – an ihren historischen Kostümen. Es ist das Markenzeichen dieses liebevoll gestalteten Krangener Weihnachtsmarktes, den der Förderverein zur Erhaltung der Dorfkirche bereits zum fünften Mal veranstaltet.

Bereits seit Monaten liefen die Vorbereitungen. „Zu Beginn der Woche wurden die Hütten hier vor der Kirche aufgebaut, Donnerstag und Freitag ging es dann ans Schmücken“, erzählt Fördervereinsmitglied Rosita Wernicke.

Wind und Regen machen den Aufenthalt vor der Kirche nicht besonders besinnlich und so drängen sich die Besucher eng an den Verkaufsstand heran, in dem Rosita Wernicke und ihre Tochter Wildwürste und Schinken verkaufen. Wir hatten Glück, dass wir für diesen Markt noch zehn Stände von Gabriele Lettow abkaufen konnten“, sagt sie.

Kirchenboden mit Stroh bedeckt

Die besondere mittelalterliche Atmosphäre lockt mittlerweile auch viele Besucher aus anderen Landkreisen zum Weihnachtsmarkt nach Krangen. Kein Wunder, denn alle, denen die Adventsmusik in den Supermärkten auf die Nerven geht, können hier eine behagliche Welt entdecken. Stroh bedeckt den Fußboden, die Musiker von Prignitzfolk lassen aufhorchen. Die warmen Töne der Blockflöte klingen durch das Kirchenschiff und erinnern an Zeiten, in denen es noch viel zu staunen gab.

Große Augen und aufmerksame Ohren gibt es aber auch jetzt – im kuscheligen Gehäuse, in dem zu früheren Zeiten die Orgel stand. Dort hat es sich Marina Pekrul mit den jüngsten Weihnachtsmarktbesuchern gemütlich gemacht. Sie lauschen gespannt den Weihnachtsmärchen aus aller Welt. „Das Krokodil guckt aber böse“, stellt die sechsjährige Matilda fest. Die Geschichte „Der Affe und das Krokodil“ stammt aus Indonesien.

Zum Kuscheln und Spielen

Keine Krokodile, aber Mäuse und Erdmännchen versammelten sich auf dem Tisch von Filzfrau Brigitte Rau. Die kleinen Tiere eignen sich zum Kuscheln oder zum Puppenspiel. „Ich selbst mag am liebsten die Hamster. In der Natur gibt es ja kaum noch welche“, sagt sie. Wenn die Weihnachtsmärkte vorbei sind, muss sie sich wieder an die Arbeit machen. „Dann ist mein Tierpark wieder recht spärlich.“

Von Cornelia Felsch

Märkische Allgemeine Zeitung, 08.12.2019
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Historische Weihnacht in der Krangener Kirche 08.12.2019 · Märkische Allgemeine Zeitung