20.11.2019  –  Märkische Allgemeine Zeitung

Jäger spenden für die Kirche in Stechow

In Stechow hatten sich am vergangenen Sonnabend Jäger aus der Region und aus weiter entfernten Städten und Gemeinden zur Drückjagd getroffen. Eingeladen hatte Jagdherr Michael Nagl. Das Gesellschaftsereignis war aber auch Anlass, um Spenden zu übergeben.

Hertbstzeit ist Jagdzeit. Und wenn in Stechow Michael Nagl als Jagdherr zur alljährlichen Gesellschaftsjagd in die Gemeinde Stechow einlädt, kommen Gäste aus Nah und Fern.

Alle waren dabei

Aber auch die Dorfgemeinschaft ist zur Drückjagd eingeladen, manche nehme als Jäger teil, andere als Treiber. „Natürlich ist es das Hauptanliegen, im Forst Stechow die Wildbestände zu regulieren“, sagt Michael Nagl. Deshalb finde die Jagd statt, es gehe darum, den Wildbestand in einem gesunden Verhältnis zur übrigen Umgebung zu halten.

Mit 40 Treibern

Das betreffe, so Nagl weiter, hauptsächlich das Schwarz-, Reh und Rotwild. 63 Schützen nahmen an der Gesellschaftsjagd teil. Erlegt wurden 37 Wildschweine, sechs Rehe und zwei Füchse. „Zusätzlich waren aus dem Ort und den umliegenden Gemeinden 40 Treiber anwesend“, sagte Michael Nagl. 

Für die Dorfkirche Stechow gab es eine Spende. Quelle: Norbert Stein

Die Jagd endete mit einem „Schüsseltreiben“ – es wurde deftig gegessen. Dazu versammelte man sich in der „Jagdscheune“. Doch die Jagd an sich ist nur die eine Seite des Ereignisses, den Jägern liegen insbesondere die sozialen und gesellschaftlichen Belange im Dorf am Herzen und dafür gab es am Sonnabend Geld.

Spende als Strafe

„Wir rufen unsere Jagdgäste auf, großzügig zu spenden“, so Michel Nagl. In den Spendentopf kommen ebenfalls die Jagdstrafen, die das Jagdgericht ausspricht. Das Jagdgericht ist ein Brauchtum, bei dem kleinere Verstöße der Jagdteilnehmer gegen das Brauchtum und die Sicherheit in oft humorvoll Form gerügt werden. In diesem Fall mussten die Bestraften eine Spende geben.

So wird aufgeteilt

Das Geld wird so aufgeteilt: für die Kirchensanierung in Stechow und für die Bläser bei der Hubertusmesse gibt es 4900 Euro; für den Kindergarten Stechow 2000 Euro; für die Freiwillige Feuerwehr 700 Euro; für den Sportverein Stechow ebenfalls 700 Euro; für den Sportverein Nennhausen 700 Euro; für ein Projekt des Landesjagdverbandes (Lernort Natur) 1000 Euro.

Der Hofladen

Ein weiteres Anliegen des Jagdherrn ist die faire Verwertung des erlegten Wildbrets. Das hanhabt Jagdherr Michael Nagl so: „Dazu gibt es seit September in Stechow den WildJäger-Hofladen und einen dazugehörigen Onlineshop wo heimisches Wild aus dem Havelland – und zwar aus dem eigenen und umliegenden Revieren angeboten wird.“ Das Wildjäger-Team gehört zum Agrar-, Forst- und Jagdbetrieb Stechow.

Von Joachim Wilisch

Märkische Allgemeine Zeitung, 20.11.2019
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