23.08.2019  –  Märkische Allgemeine Zeitung

Neue Elemente für die Ausstellung im Pfarrhaus in Blüthen

Das Pfarrhausmuseum in Blüthen bekam Zuwachs für seine Ausstellung. Neue Bilder und Texte zeigen die Idylle des Pfarrhauslebens. im Studierzimmer können die Besucher einem besonderen Hörspiel lauschen.

Die Jagdhornbläser eröffneten den Tag für die vielen Gäste vor dem Pfarrmuseum in Blüthen. Quelle: Marcus J. Pfeiffer

Wenn der Pastor seine Rede schreibt, hat absolute Stille zu herrschen. Das neue Hörspiel im Studierzimmer des Pfarrhausmuseums in Blüthen zeigt etwas anderes – den Einbruch von Lärm und Geräuschen. So könnte sich ein Sommertag im Pfarrhaus1958 abgespielt haben. Das Hörspiel ist Teil vieler neuer Errungenschaften in der Heimatstube.

Superintendentin erinnert sich an Kindheit

Pfarrer Peter Radziwill spricht von einem Schatz im Pfarramt Karstädt-Land. Er eröffnete am Freitag die neuen Teilbereiche der umfangreichen Ausstellungsräume. „Hier im Pfarrhaus entdecke ich meine Kindheit wieder“, sagt die Superintendentin Eva-Maria Menard. Sie lebte einst selbst in einem Pfarrhaus und denkt nun daran zurück.

Bodo-Michael Baumunk ist als Kurator der krative Kopf und Ideengeber des Pfarrhausmuseums. Quelle: Marcus J. Pfeiffer

„Auch wir konnten oft nicht leise seine, wenn unser Vater seine Predigten schrieb“, so die Leiterin des Prignitzer Kirchenkreises.

Sie habe das Projekt in Blüthen in seinen Höhen und Tiefen begleitet. In den vergangenen Jahren sei viel passiert. „Ich bin gespannt, was da noch alles kommt“, so Stephan Zunke, Vorstandsmitglied der Sparkasse Prignitz.

Besonderes Ambiente und einzigartige Atmosphäre

Die Jugend- und Kulturstiftung der Sparkasse sowie das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes haben die Ausstellung mit unterstützt und zu deren Gelingen beigetragen, wie Peter Radziwill lobt. Wenn es um Bastelarbeit, die Ideenfindung oder kreative Arbeit ging, war der Kurator Bodo-Michael Baumunk ganz vorn mit dabei.

Musikalische Begleitung bei der Eröffnung – viele Gäste waren gekommen. Quelle: Marcus J. Pfeiffer


„Die Ausstellung darf dem Ambiente und der Atmosphäre des Pfarrhauses nicht widersprechen“, sagt Bodo-Michael Baumunk. Und das tut sie nicht: Bis ins kleinste Detail sind die Elemente bedacht und integriert – vom Mobiliar über die Fotos an der Wand bis hin zu den neuen Medien mit Audio- und Filmausschnitten.

„Wir sind noch lange nicht am Ende“

Neu sind auch die „Pop-up Pfarrerskinder“, drei Bücher, die den Sachverhalt besonders anschaulich darlegen. Beim Aufklappen entfalten sich die Bilder dreidimensional.

Im Wohnambiente steht jetzt ein Klavier. Hinzu kommen viele neue Bilder, Texte und 14 tragbare Ausstellungstafeln in einer buchbinderisch gestalteten Kassette.

Die Fülle des Wohllauts“ – Im Studierzimmer können die Besucher eine Tonspur hören, wie es sich einst zugetragen haben könnte. Quelle: Marcus J. Pfeiffer

„Wir sind noch lange nicht am Ende“, betont der Kurator. Er hoffe auf große Unterstützung bei den Einwohnern und Gästen. „Ohne Spenden geht nichts.“

Für Bürgermeister Udo Staeck ist das Pfarrhausmuseum eine gelungene Ergänzung der gesamten Bildungsstätte Blüthen. Ganze Schulklassen kommen jedes Jahr in das kleine Dorf bei Karstädt, um die kirchlichen und weltlichen Elemente zu bestaunen und über die Geschichte zu lernen.

Von Marcus J. Pfeiffer

Märkische Allgemeine Zeitung, 23.08.2019
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Neue Elemente für die Ausstellung im Pfarrhaus in Blüthen 23.08.2019 · Märkische Allgemeine Zeitung