09.02.2020  –  Märkische Allgemeine Zeitung

Platz für Häuslebauer: Kirche verkauft Bauland in Papenbruch

Jahr für Jahr gab es Anfragen. Doch die Rahmenbedingungen für das Bauland in Papenbruch schreckten Häuslebauer ab. Jetzt ging die Kirchengemeinde in die Offensive. Sie machte das möglich, womit niemand mehr gerechnet hat.

Die Straße Am Schulberg in Papenbruch kann sich schon bald in eine begehrte Wohnanschrift verwandeln. Denn die Kirchengemeinde Papenbruchverkauft jetzt dort gut 7500 Quadratmeter Bauland. Der Platz reicht für sechs bis acht Grundstücke.

Der Weg war weit

Der Weg bis zu diesem Schritt war weit. Kirchengemeinden verkaufen in der Regel kein Bauland, sondern schließen Verträge über das Erbbaupachtrecht. Diese haben eine Gültigkeit von 99 Jahren und können dann um weitere 99 Jahre verlängert werden. 

„Die Erbbaupachtverträge haben die Kaufinteressenten abgeschreckt, der Wunsch nach Eigentum steht immer im Vordergrund“, sagt Pfarrer Berthold Schirge. In Ballungsgebieten, wo ohnehin viel höhere Quadratmeterpreise zu erzielen sind, werden Erbbaupachtverträge für Bauland häufiger in Anspruch genommen. „Das rechnet sich dort besser als auf dem Land“, so Schirge.

Vermehrt Anfragen bei der Kirche

In den vergangenen zehn Jahren häuften sich bei der Kirchengemeindedie Anfragen nach diesem Bauland. Doch es kam über den Erbbaupachtvertrag kein Vertrag zustande. 

Auch bei den Ortsbeiratsitzungen in Papenbruch stand das Thema immer wieder im Gespräch. Bei dem Areal Am Schulberg handelt es sich um ein Bebauungsgebiet, für das seit 1996 ein Bebauungsplan (B-Plan) vorliegt. „Ursprünglich umfasste der B-Plan 2,5 Hektar, jetzt sind dort noch mehr als 7500 Quadratmeter Bauland frei“, sagt Verena Bieder, Bauamtsleiterin der Gemeinde Heiligengrabe.

„Wenn 25 Jahre nach Ausweisung des Baugebietes nichts passiert, kann die Kommune dem Eigentümer das Baurecht entziehen“, sagt Berthold Schirge. Somit ergriff die Kirchengemeinde Anfang 2019 die Initiative und verhandelte mit der Landeskirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO). „Der Gemeindekirchenrat hatte gute Argumente bei diesen Gesprächen“, sagt Schirge, ohne weiter ins Detail zu gehen.

Freude über Zuzug

Seit Ende des vergangenen Jahres steht das Bauland zum Verkauf. „Es gibt bereits drei Interessenten“, sagt Schirge. Marcel Wildebrandt, Ortsvorsteher in Papenbruch, zeigt sich ebenfalls erfreut: „Seit Jahren haben wir das angestrebt, denn nicht nur im Ort sondern auch ringsherum gibt es Interessenten, hier Bauland zu kaufen. Wir sind bestrebt, jede verfügbare Lücke in Papenbruch mit Grundstücken zu füllen und freuen uns auf Zuzug.“

Von Christamaria Ruch

Märkische Allgemeine Zeitung, 09.02.2020
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Platz für Häuslebauer: Kirche verkauft Bauland in Papenbruch 09.02.2020 · Märkische Allgemeine Zeitung