01.02.2021  –  Märkische Allgemeine Zeitung

Prignitz und Ruppiner Land profitieren bei Denkmalförderung

Von den rund 40 Millionen Euro, die das Land Brandenburg im vergangenen Jahr in den Denkmalschutz investierte, profitierten auch die Prignitz und Ostprignitz-Ruppin – sowohl bei großen Vorhaben wie der Wilsnacker Wunderblutkirche als auch bei kleineren wie der Orgel in Gottberg.

Auch dank der Fördermittel des Landes konnte Orgelbauer Tobias Schramm die Hollenbach-Orgel in Gottberg instand setzen.

Auch dank der Fördermittel des Landes konnte Orgelbauer Tobias Schramm die Hollenbach-Orgel in Gottberg instand setzen. Quelle: Henry Mundt (Archivfoto)

Allein die Denkmalhilfe des Landes Brandenburg unterstützte im vergangenen Jahr die Sanierung von sechs Baudenkmalen in den Landkreisen Prignitz und Ostprignitz-Ruppin mit rund 175.000 Euro. Das geht aus der 2020er Bilanz zur Denkmalförderung hervor, die Kulturministerin Manja Schüle und Infrastrukturminister Guido Beermann jetzt vorstellten.

„Brandenburg ist reich an Denkmalen“, stellte Manja Schüle dabei klar. „Es sind aber nicht nur die preußischen Schlösser und Gärten, die unsere Denkmallandschaft ausmachen. Dazu gehören auch alte Industrieanlagen, aufgegebene Ölmühlen, frühere Brauereien, imposante Klöster, archäologische Stätten – und vor allem viele Kleinode in den Städten und Dörfern.“

Geld für ein Reetdach in Lenzersilge

Das spiegelt sich auch in der Förderung in den beiden nordwestlichsten Landkreisen Brandenburgs wider. Bei der Denkmalhilfe ging es dabei meist um echte Kleinodien. So steuerte das Programm 12.000 Euro zur Sanierung der Hollenbach-Orgel in der Dorfkirche Gottberg (Amt Temnitz) bei, 8000 Euro für das Reetdach des Querdielenhauses in Lenzersilge (Gemeinde Karstädt), 14.600 Euro für die Restaurierung mittelalterlicher Malereien in der Stiftskirche Heiligengrabe (Gemeinde Heiligengrabe), 60.000 Euro für die Restaurierung von Kanzel und Emporenbildern in der Kirche Barenthin (Gemeinde Gumtow), 57.000 Euro für das Gutshaus Groß Gottschow (Gemeinde Plattenburg) und 22.600 Euro für die historische Inneneinrichtung der Gutskapelle Horst (Gemeinde Heiligengrabe).

Alles in allem steckte Brandenburg 2020 allein in seine Denkmalhilfe 1,5 Millionen Euro, um 43 Vorhaben zu unterstützen. In diesem Jahr soll die Fördersumme in dem Programm auf 1,87 Millionen Euro anwachsen.

Bad Wilsnack und Hohenofen werden profitieren

Dabei stellt das nur den kleinsten Teil der Investitionen in den Erhalt historische Bauten dar. Brandenburg steckte vergangenes Jahr rund 40 Millionen Euro in Sicherung, Sanierung und Restaurierung. Ein großer Teil geht davon geht direkt an Denkmalstiftungen oder die Landeskirche. Aber allein mit rund einer Million stockte es das Bundesprogramm zur Erhaltung national wertvoller Kulturdenkmale auf. Im laufenden Jahr will man diesen Beitrag auf 1,3 Millionen Euro steigern.

Davon profitierten 2020 beispielsweise in der Prignitz die Wunderblutkirche Bad Wilsnack und in Ostprignitz-Ruppin die Patenpapierfabrik Hohenofen. In beiden Fällen handelt es sich um große, langfristige Restaurierungsvorhaben, die sich voraussichtlich noch über Jahre hinziehen werden.

Kyritzer Klosterviertel wird zum Kulturstandort

Aber auch komplette Innenstädte stehen auf dem Finanzierungsplan. 2020 wurde das Bund-Länder-Programm „Städtebaulicher Denkmalschutz“ durch das neue Programm „Lebendige Zentren“ abgelöst. Bis 2024 stehen dafür gut 27 Millionen Euro zur Verfügung, die in 30 brandenburgischen Kommunen eingesetzt werden sollen. Zu ihnen gehört Kyritz mit seinem Klosterviertel, das zum Kulturstandort ausgebaut wird.

Für Brandenburgs Landeskonservator Thomas Drachenberg steht der Sinn des Aufwandes außer Frage: „Denkmalpflege ist Nachhaltigkeit pur. Es muss Konsens in der Gesellschaft werden, dass auch über die Denkmallandschaft hinaus Abriss Verschwendung ist – vielmehr sind Pflege und Reparatur angesagt. Wir müssen gesamtgesellschaftlich lernen, mit unseren Ressourcen sparsam umzugehen.“

Von Alexander Beckmann

Märkische Allgemeine Zeitung, 01.02.2021
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