14.07.2019  –  Märkische Oderzeitung

Rettung für Kulturschätze in Felchow und Biesenbrow

Schon eingerüstet: Die Vorarbeiten für den ersten Bauabschnitt zur Sanierung der Felchower Kirche laufen bereits.© Foto: Kerstin Unger

Kerstin Unger/ 14.07.2019, 06:45 UhrFelchow (MOZ) Dieses Jahr ist ein gutes Jahr für die Kirchen in der Uckermark. Dank ausgereichter Fördermittel kann gleich an mehreren Gotteshäusern in der Region zumindest mit den dringendsten Sanierungsmaßnahmen begonnen werden. Die wollen gut geplant sein, denn die Kosten für solche Projekte seien in den letzten Jahren extrem gestiegen, berichtet die Architektin Bettina Krassuski vom Angermünder Planungsbüro ALV. Die Firma hat alle Hände voll zu tun, denn sie hat derzeit die Bauleitung für acht Kirchen, darunter Kerkow, Felchow und Biesenbrow. In Kerkow wird bereits seit einigen Monaten an der Dorfkirche gearbeitet. Kürzlich hat sie eine neue Bekrönung bekommen. Mittlerweile stehen auch schon Rüstungen an den Kirchen in Felchow und Biesenbrow.

Marodes Gebälk und Schwamm

In Felchow sind die Handwerker schon zugange. Hier soll im ersten Bauabschnitt der Turm mit der Laterne nach historischem Vorbild wiederhergestellt werden, berichtet Bettina Krassuski. Derzeit laufen Vorarbeiten, um die Grundmauern tragfähig zu gestalten. „Danach geht es mit der Sanierung von oben nach unten los, bei der wir auch Balkenlagen aufnehmen.“ Die Kirche ist seit vielen Jahren sanierungsbedürftig. „Es ist eines der ältesten Projekte. Vor zwölf Jahren wurde der erste Antrag gestellt“, berichtet die Architektin. „Die Felchower sind für ihren Langmut zu bewundern.“ Das marode Gebälk und der Hausschwamm bedrohen auch die wertvolle Wagner-Orgel. Sie soll besonders gesichert und möglichst im Zuge der Baumaßnahmen gleich restauriert werden. Die Arbeiten werden hier von der Holzmanufaktur Weber aus Groß Ziethen durchgeführt, die schon an mehreren Kirchen der Region wirkte. Der erste Bauabschnitt ist bis zum Jahresende geplant. Solange finden hier auch noch Gottesdienste statt, allerdings ohne Glockenläuten.

An der großen Biesenbrower Kirche wurde am Donnerstag bereits ein Teil der Dachhaut aufgenommen. „Jetzt geht es abschnittsweise mit den Arbeiten vom Turm aus zum Dach los“, erklärt Bettina Krassuski. „Der Schwerpunkt liegt hier auf der konstruktiven Sanierung des Dachstuhls.“ Dieser sei kleindimensioniert nach dem Zweiten Weltkrieg errichtet worden und deutlich vom Schwamm befallen. Auch die Neueindeckung des Daches ist in Biesenbrow geplant. In der nächsten Woche geht es los.

Die Arbeiten an den Kirchen werden mit vom Land ausgereichten Leader-Fördermitteln der EU sowie Geld der Landeskirche, des Kirchenkreises und der Kirchengemeinde finanziert.

Märkische Oderzeitung, 14.07.2019
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