Dorfkirche Stölln

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Steckbrief
14728 Gollenberg OT Stölln Havelland
Saalbau mit Apsis von 1824 über dem Vorgängerbau von 1541, barocker Turm 1738, marmorner Epitaph-Altar der Renaissance, Kanzel und Emporenbrüstung aus der Vorgängerkirche, Orgel von 1864 Wegen Bautätigkeiten Besichtigungen mit Führung nur auf Anmeldung bei Wilfried Zachert, Tel. 033875-30073
Förderkreis für die Stöllner Kirche e.V.
Eberhard von der Hagen Otto-Lilienthal-Str. 43
14728 Gollenberg OT Stölln
Tel./Fax: 03 38 75 - 3 11 70
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Dorfkirche Stölln
Dorfkirche des Monats März 2019

Auf dem Gollenberg bei Stölln unternahm der aus Anklam stammende Otto Lilienthal seine ersten Flugversuche. Mit einem selbstgebauten Flugapparat gelangen ihm Flüge über eine Distanz von bis zu 250 Metern. Am 9. August 1896 verunglückte Lilienthal hier tödlich. An der Absturzstelle erinnern heute eine Gedenktafel und eine Skulptur an den Flugpionier. In einem am Fuße des Gollenberges geparkten sowjetischen Flugzeug vom Typ IL-62 ist eine Ausstellung zu besichtigen.

Das nördlich von Rathenow im Naturpark Westhavelland gelegene Dorf Stölln verfügt jedoch mit seiner Kirche über eine weitere bemerkenswerte Sehenswürdigkeit.

Erstmals erwähnt wird Stölln in einer Urkunde aus dem Jahr 1441 im Besitz der Familie von Hagen, die über Jahrhunderte in dem Ort ansässig blieb. Die Kirche, im Kern ein Bau aus der Mitte des 16. Jahrhunderts, wurde 1822-24 zu einem Putzbau mit halbrunder Apsis und Rundbogenfenstern überformt. Der Turm entstand bereits 1738.

Der Innenraum unter einer flachen Holzdecke wird geprägt von einem für die Region einzigartigen Altar aus Sandstein und Marmor, der zugleich als Epitaph oder Erinnerungsmal der Familie von der Hagen entstand. Geschaffen wurde er um 1620 im Umfeld des Magdeburger Bildhauers Christoph Dehne. Über einer Darstellung des Abendmahls in der Predella befindet sich eine Inschrifttafel mit den Sterbedaten der Stifterfamilie, seitlich flankiert von knienden Mitgliedern der Familie von der Hagen.  Doppelsäulen, reiches Schnitzwerk sowie Figuren Johannes des Täufers, Mose und der Evangelisten vervollständigen den Schmuck des ungewöhnlichen Retabels.

Eine schöne Renaissance-Kanzel, datiert auf das Jahr 1621, zeigt neben Bibelsprüchen Bildnisse von Christus und zwei Evangelisten. Die Brüstung der Hufeisenempore wird geschmückt von zahlreichen Wappentafeln. An der Südwand erinnert ein Kindergrabstein mit Reliefdarstellung an die 1606 verstorbene Anna Hybolita von der Hagen. Ein von G. Becker 1707 geschaffenes Gemälde zeigt Christus vor dem Hohen Rat. Die Orgel der Stöllner Kirche schließlich schuf 1864 der Wittstocker Orgelbauer Friedrich Hermann Lütkemüller.

Als im Jahr 2015 die Bundesgartenschau in fünf Orten der Havelregion stattfand, war einer der Standorte Stölln. Bereits fünf Jahre zuvor gründete sich ein Förderkreis für die Kirche, der sich zum Ziel gesetzt hatte, das Gotteshaus zu sanieren und mit Leben zu füllen. Das Ziel wurde erreicht: Das Dach wurde wieder dicht gemacht, der Hausschwamm in den Wänden beseitigt und die Außenmauern wurden trocken gelegt. Nach der Instandsetzung bietet die Stöllner Kirche von außen wieder einen schmucken Anblick. Was bisher nicht geschafft wurde, ist eine grundlegende Sanierung des Innenraumes. So sollen in diesem Jahr Trockenlegungsarbeiten auch an den Innenwänden beginnen, die Kirchenbänke umgearbeitet und einige Kirchenfenster repariert werden. Der Förderkreis Alte Kirchen wird sich an den Arbeiten finanziell beteiligen.

Auch in diesem Jahr finden in der Stöllner Kirche Veranstaltungen statt, die einen Besuch durchaus lohnen. So wird es am Himmelfahrtstag, dem 30. Mai, einen Bläsergottesdienst mit anschließendem Gemeindefest geben.

Weitere Informationen
Förderkreis Dorfkirche Stölln e.V.
Wilfried Zachert
Tel.: 033875-30073
E-Mail: w.zachert@aol.com