| Die Dorfkirche von Kappe (Oberhavel) |
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| Foto: Elfriede und Joachim Wonn | ![]() | |
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| Foto: Förderverein Kapper Cappe e.V. | ![]() | |
In Kappe gilt die Redewendung "die Kirche im Dorf lassen" nur bedingt. Das Gotteshaus liegt etwas versteckt hinter Bäumen – ganz am Rande des Ortes.
Das Dorf Cappe, wenige Kilometer südöstlich von Zehdenick in der Schorfheide gelegen, wurde in der Mitte des 18, Jahrhunderts unter der Regierung Friedrichs des Großen als Siedlung für ausgewanderte reformierte Pfälzer angelegt. Die zur Parochie Groß Dölln gehörige Gemeinde besaß ein Schul- und Bethaus, das jedoch bei einem Dorfbrand 1873 zerstört wurde. "Als der Pfarrer Emil Maune am 10. November 1873 das hiesige Amt antrat", berichtet die Kirchenchronik, "fand er in Cappe einen Trümmerhaufen vor und musste die Gemeinde erst wieder sammeln."
Trotz großer Bemühungen des Pfarrers dauerte es fast zwanzig Jahre, bis am Sonntag Jubilate, dem 19. April 1891 der Grundstein für einen Kirchenneubau gelegt werden konnte. Der Berliner Stadtrat Georg Friedrich Krug, dessen Großvater aus Kappe stammte, spendete 3.500 Mark, weitere 1.000 Mark bewilligte die Provinzialsynode aus ihrem Kollektenfonds und auch die Einwohner des Ortes beteiligten sich mit Hand- und Spanndiensten. In der Chronik wird der Büdner Christian Dähne erwähnt, der die damals große Summe von 100 Mark für den Kirchenbau beisteuerte. Auf Drängen von Pfarrer Maune beteiligte sich schließlich auch das Ministerium für Kirchen- und Schulwesen mit einer größeren Summe. Die feierliche Kirchenweihe fand am 4. November 1892 statt. Bereits zur Grundsteinlegung hatte der Pfarrer seine guten Wünsche wie folgt formuliert: "Der Herr wird seine Verheißung in Gnaden erfüllen, dass die Herrlichkeit des zweiten Hauses eine größere werden soll als die des ersten gewesen ist. Der hochragende Turm aber möge einem jeden die Weisung geben: Himmelan geht unsere Bahn!"
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| Förderverein Kapper Cappe | ![]() | |
In der Tat besaß der unter der Bauleitung des Templiner Kreisbaurats Prentzel geschaffene neugotische Kirchenbau einen imposanten spitzen Turmhelm, der jedoch bereits in den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts abgetragen werden musste. Der jetzige verkürzte Turm lässt das Kirchengengebäude leider etwas proportionslos wirken. Umso eindrucksvoller wirkt der schlichte, bauzeitlich ausgestattete, Innenraum unter einem hölzernen Tonnengewölbe. Neben der Empore, dem schlichten Altar, der Kanzel und dem Gestühl sind es vor allem zwei Ausstattungsstücke, die dem Besucher sofort auffallen. Da ist zum einen der mit wunderschöner Ornamentik verzierte Kirchenofen, der am 11. Dezember 1911 sogar dem Zehdenicker Anzeiger eine Notiz wert war: "Auf Veranlassung des Pfarrers Maune ist aus den Mitteln des Krug’schen Vermächtnisses unter Zustimmung des Verwaltungsvorstandes ein Kirchenofen beschafft worden, und zwar ein Regulier-Füll-Ofen mit frühgotischem Mantel in brauner Majolika-Emaillierung, Irisches System…".
Etwas Besonderes ist auch die vermutlich aus der Neuruppiner Werkstatt von Albert Hollenbach stammende Orgel von 1892. Dieses Instrument wieder uneingeschränkt spielbar zu machen, ist eines der Ziele des 2010 gegründeten Fördervereins Kapper Cappe e.V. Zudem sollen dringend notwendige Sanierungsarbeiten am Kirchengebäude selbst durchgeführt werden. Langfristig möchte Vereinsvorsitzender Christian Schulze auch den Turmaufsatz mit seiner markanten Spitze wieder aufgebaut sehen. Bis dahin ist es jedoch noch ein langer Weg.
Als Benefizveranstaltungen wurden im vergangen Jahr die Kapper "Brunchkonzerte" aus der Taufe gehoben, bei denen unter anderem Musiker der Deutschen Oper Berlin musizierten. Diese Konzertreihe soll 2011 fortgeführt werden, ergänzt durch weitere Veranstaltungen. Bereits am 24. April um 15 Uhr wird der bekannte Pianist Andreas Göbel in der Kapper Kirche Werke von Franz Schubert und Franz Liszt spielen.
Weitere Informationen: Förderverein Kapper Cappe e.V.; Christian Schulze; Kapper Dorfstr. 37; 16792 Zehdenick / OT Kappe; Tel.: (0 33 07) 31 50 90; E-Mail: info@jck-schulze.de.
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